»Isabelle, sie brauchen dich. Die Basketballmannschaft auch.« Cynthia setzte sich neben sie.

»Noch vier Wochen. Es tut ja nicht richtig weh, die Schwellung ist schnell zurückgegangen. Aber ich will das nicht noch mal durchma­chen, deshalb tu ich, was Dr. Buxton gesagt hat. Die meiste Angst hab ich, wenn ich mit den Krücken übers Eis zum Auto muß.«

»Morgen soll's regnen.« Harry wischte sich mit dem weißen Hand­tuch das Gesicht ab. »Dann schmilzt der Schnee ein bißchen. Das ist gut. Er schmilzt aber nicht ganz weg, und am Abend ist alles noch mehr vereist. Das ist weniger gut.«

»Dann geht mir wenigstens die Arbeit nicht aus.« Cynthia grinste. »Ich muß schließlich was tun für mein Geld. Die meisten Leute ver­halten sich bei Blechschäden ganz vernünftig. Manche drehen durch.« »Sie kriegen bestimmt 'ne Menge zu sehen.« Isabelle konnte sich nicht vorstellen, Polizeibeamtin zu sein. Sie wollte als Profi- Basketballerin Karriere machen.

»Hauptsächlich Autounfälle, Saufereien, ein paar Diebstähle und« - sie lächelte diabolisch - »gelegentlich ein Mord.«

»Ich frag mich, ob ich jemanden umbringen könnte.«

»Isabelle, du würdest staunen, wozu du fähig wärst, wenn dein Le­ben davon abhinge.« Cynthia fuhr sich mit den Fingern durch die blonden Haare.

»Sicher. Aus Notwehr, aber ich lese in der Zeitung von Serienmör­dern oder von Leuten, die einfach mit 'nem Gewehr in einen Laden an der Ecke gehen und alle, die gerade drin sind, über den Haufen schießen.«

»Ich habe ab und zu im Postamt ein paar kaltblütige Gedanken«, sagte Harry kichernd.

»Ach Harry, Sie könnten niemanden umbringen - außer natürlich in Notwehr«, sagte Isabelle.

»Ich hab nicht viel über dieses Thema nachgedacht. Und wie siehst du das, Coop? Du bist hier der Profi.«

»Die meisten Mörder haben ein Motiv. Eifersucht, vererbtes Geld. Das Übliche. Doch hin und wieder kommt einer daher, der einen glauben läßt, daß manche Menschen bereits böse geboren werden. Meiner Ansicht nach gestattet unser System, daß sie damit durch­kommen.«



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