
»Rob verspätet sich selten«, bemerkte Miranda. »Schön, packen wir's an.« Sie öffnete einen Leinensack und begann, die Post in die Fächer zu sortieren.
Auch Harry sichtete den Morast aus Gedrucktem, eine Flut von Versuchungen zum Geldausgeben, denn die Hälfte von dem, was sie aus ihrem Sack zog, waren Versandhauskataloge.
»Ihh!« kreischte Miranda und zog die Hand aus einem Postfach.
Mrs. Murphy eilte sofort herbei, um das anstößige Fach zu inspizieren. Sie angelte mit der Pfote darin herum.
»Was gefunden?« fragte Tucker.
»O ja!« Mrs. Murphy warf eine dicke Spinne auf den Boden. Tucker sprang zurück, die zwei Menschen ebenso, dann bellte sie, was die Menschen tunlichst unterließen.
»Gummi«, sagte Mrs. Murphy und lachte.
»Wessen Fach war das?« wollte Harry wissen.
»Das von Ned Tucker.« Mrs. Hogendobber runzelte die Stirn. »Das war bestimmt Danny Tucker. Ich sage Ihnen, die jungen Leute heutzutage haben keinen Respekt. Meine Güte, ich hätte einen Schlaganfall bekommen oder zumindest mit meiner Atmung aus dem Takt geraten können. Wenn ich den Jungen zu fassen kriege!«
»Jungen sind eben Jungen.« Harry hob die Spinne auf und wedelte damit vor Tucker herum, die Gleichgültigkeit vortäuschte. »Huch, der erste Kunde, und wir sind noch nicht halb fertig.«
Mim Sanburne stürmte durch die Tür. Ein blaßgelber Kaschmirschal vervollständigte ihr Bergdorf-Goodman-Ensemble.
»Mim, wir sind noch nicht soweit«, informierte Miranda sie.
»Oh, ich weiß«, sagte Mim affektiert. »Ich habe Rob auf dem Weg in die Stadt überholt. Ich wollte nur hören, wie ihr die Feier in Monticello fandet. Ja, ja, ihr habt mir gesagt, daß sie euch gefallen hat, aber mal ganz unter uns, wie fandet ihr sie wirklich?«
