
Harry und Miranda mußten sich nicht durch Blicke verständigen. Sie wußten, daß Mim beides brauchte, Lob und Klatsch. Miranda beherrschte letzteres besser als ersteres, was sie auch jetzt bewies. »Du hast eine gute Rede gehalten. Ich glaube, Oliver Zeve und Kimball Haynes waren schlankweg begeistert, jawohl, begeistert. Ich hatte allerdings den Eindruck, daß Lucinda Coles eingeschnappt war, wenn ich mir auch absolut nicht denken kann, warum.«
Mim schnappte nach dem Köder wie ein Klippenbarsch und senkte die Stimme. »Sie hat sich so hochnäsig benommen. Es ist ja nicht so, daß ich sie nicht in mein Komitee eingeladen hätte, Miranda. Sie war die zweite, die ich gefragt habe. Zuerst habe ich Wesley Randolph gefragt. Aber er ist einfach zu alt, der Ärmste. Als ich dann Lucinda fragte, hat sie gesagt, sie hätte genug davon, sich für gute Zwecke zu engagieren, auch wenn es darum ginge, den Ruf der Vorfahren reinzuwaschen. Ich mußte mich schwer beherrschen, ihrem Mann nichts davon zu sagen. Ihr kennt ja Samson Coles. Je öfter sein Name in die Zeitung kommt, desto mehr Leute werden in seine Immobilienagentur gelockt, auch wenn sich im Moment nicht viel verkaufen läßt, stimmt's?«
»Wir haben gute Zeiten gesehen, und wir haben schlechte Zeiten gesehen. Das geht vorüber«, erklärte Miranda weise.
»Da bin ich nicht so sicher«, warf Harry ein. »Ich glaube, wir werden eine sehr, sehr lange Zeit für die achtziger Jahre bezahlen müssen.«
»Blödsinn«, widersprach Mim knapp.
Harry ließ das Thema wohlweislich fallen und kam wieder auf Lucinda Payne Coles zu sprechen, die auf keine besondere Abstammung verweisen konnte, außer daß sie mit Samson Coles verheiratet war, einem Nachkommen von Jane Randolph, der Mutter von Thomas Jefferson. »Wie bedauerlich, daß Lucinda aus Ihrem großartigen Projekt ausgestiegen ist. Es gehört sicher zum Besten, was Sie je getan haben, Mrs. Sanburne, und Sie haben in unserer Gemeinde schon so viel getan.« Obwohl Harry eine leichte Abneigung gegen die snobistische ältere Frau hegte, meinte sie dieses Lob ernst.
