
Die Menschen redeten unbekümmert weiter, ohne etwas vom Gespräch der Tiere mitzubekommen, das viel interessanter war als ihr eigenes.
»Vielleicht haben Sie ihn ja wirklich gekannt. Vielleicht stammt daher Ihre Leidenschaft für Monticello.« Harry hätte um ein Haar einen Haufen Versandhauskataloge zum Abfall geworfen, aber dann besann sie sich.
»Den Unsinn glauben Sie doch selber nicht.« Mrs. Hogendobber rümpfte die Nase.
»Ich schon, ausnahmsweise.« Mim verzog keine Miene.
»Du?« Miranda konnte es anscheinend nicht fassen.
»Ja. Hast du das noch nie erlebt, daß du etwas wußtest, ohne daß man es dir erzählt hatte, oder daß du in Europa in ein Zimmer gekommen bist und das sichere Gefühl hattest, da bist du schon mal gewesen?«
»Ich war noch nie in Europa«, lautete die trockene Antwort.
»Dann wird es höchste Zeit, Miranda, wirklich allerhöchste Zeit«, hielt Mim ihr vor.
»Ich bin in meinem ersten Collegejahr mit dem Rucksack durch Europa gewandert.« Harry lächelte in Erinnerung an die netten Leute, die sie in Deutschland kennengelernt hatte, und wie aufregend es war, in ein damals kommunistisches Land zu kommen, nach Ungarn. Sie hatte sich der Zeichensprache bedient, und irgendwie hatte die Verständigung immer geklappt. Wohin sie auch kam, überall waren die Menschen freundlich und hilfsbereit gewesen. Sie nahm sich vor, eines Tages dorthin zurückzukehren, um alte Freunde wiederzusehen, mit denen sie sich noch schrieb.
»Wie abenteuerlich«, sagte Big Marilyn trocken. Sie konnte sich nicht vorstellen, zu wandern oder, schlimmer noch, in Jugendherbergen zu übernachten. Als sie ihre Tochter in die>Alte Welt< geschickt hatte, hatte Little Marilyn eine große Luxusrundreise gemacht, obwohl sie alles darum gegeben hätte, mit Harry und ihrer Freundin Susan Tucker auf Rucksackwanderschaft zu gehen.
