
Quarmes Haltung Rooke gegenüber begriff er immer noch nicht ganz. Sah er die beiden zusammen, dann kam ihm Quarme, der sonst in allen Dienstangelegenheiten sehr tüchtig und fleißig war, immer so merkwürdig nervös und unsicher vor. Vielleicht imponierte ihm Rookes adelige Herkunft. Es war sogar bei Stabsoffizieren (von ehrgeizigen Ersten Leutnants ganz zu schweigen) nichts Ungewöhnliches, daß sie sich bis zur Servilität von einem Untergebenen beeindrucken ließen, der vielleicht Einfluß bei Hofe oder im Parlament hatte und ihnen unter Umständen zu einer rascheren Beförderung verhelfen konnte. Aber das war hier wahrscheinlich nicht der Fall. Die beiden dienten zu lange auf dem gleichen Schiff, da hätte sich so etwas eigentlich schon ergeben müssen.
Bolitho saß an seinem Tisch und stocherte lustlos in dem von Gimlett servierten Essen herum. Durch die Heckfenster sah er ihr kurzes Kielwasser und hörte das Schlagen und Quietschen des Rudergeschirrs, während das Schiff schwerfällig vor dem stetigen Wind segelte, der keinen Strich abwich. In der Abendsonne tanzten Millionen Lichtreflexe auf der See, und beim Anblick der endlosen Reihen kleiner kabbliger, weißköpfiger Wellen fühlte er sich noch einsamer.
Da klopfte es an die Tür, und Midshipman Piper trat vorsichtig über das Süll in die Kajüte. Unter Vollzeug schien die Hyperion wie ein Brett mit immer gleicher Krängung zu liegen, so daß es gegen die offene Tür aussah, als stemme Piper sich schräg gegen einen starken Wind.»Mr. - Mr. Inch läßt respektvoll melden, er glaubt, daß wir das Geschwader gesichtet haben, Sir.»
