
«So — glaubt er das?«Bolitho spürte merkwürdige Erleichterung. Endlich passierte etwas, das die allgemeine Apathie brach.
«Sir?»
Bolitho lächelte. Inch war der jüngste Leutnant, ein eifriger, wenn auch wenig selbstsicherer junger Mann, der es natürlich vermied, sich eindeutig festzulegen.
«Wie hat sich Mr. Seton eingelebt?«fragte er.
Piper verzog das Gesicht, so daß er aussah wie ein runzliges Äff-chen.»Er fühlt sich nicht ganz wohl, Sir«, seufzte er.»Hat sich noch nicht an die Bordroutine gewöhnt.»
Bolitho verbarg ein Lächeln. Auch Piper war erst sechzehn, redete aber so selbstsicher wie ein Admiral.
Er schritt an dem Posten stehenden Seesoldaten vorbei auf das Achterdeck hinaus. Der Wind war immer noch sehr frisch; aber voraus war über dem stampfenden Bugspriet schon eine Landzunge zu erkennen. Sie hatten den ganzen Tag daraufzugehalten, einmal, als sie durch eine größere offene Bucht segelten, hatten sie sie aus dem Auge verloren, doch als sie das äußere Vorland gerundet hatten, war sie sofort wieder in Sicht gekommen.
«Ausguck meldet sechs Segel in Backbord voraus, Sir«, sagte Quarme förmlich. Über die Schulter des Ersten hinweg sah Bolitho Inchs langes Gesicht zu Quarmes Worten unbestimmt nicken.
«Recht so. Zwei Strich anluven, damit wir ihren Kurs schneiden.»
Er schritt über das Deck. Die Bootsmannsmaaten brüllten:»Alle Mann an die Brassen!«Und die Matrosen strömten aus dem Logis an Deck. Wie festgerammt stand Gossett neben dem Ruder und biß sich auf die Unterlippe, als die mächtigen Rahen rundkamen.»Stützen, Mann!«knurrte er den Rudergast an.»Voll und bei!«Dann warf er einen Blick nach oben auf die donnernden Segel, und langsam breitete sich ein Lächeln über seine Züge. Dieses Lächeln kannte Bolitho — Gossett war zufrieden.
