Er sah an dem bleichen Gesicht des Midshipman, wie die Gemüts- bewegungen einander jagten, und war froh, nicht erwähnt zu haben, daß es sich damals um sein zweites Schiff gehandelt hatte. Denn Bolitho war schon seit seinem zwölften Jahr zur See gefahren. Warum mochte der Vater Seton wohl so lange gewartet haben, bis er seinen Sohn zur Marine schickte?

Er reckte sich hoch. Das Boot schoß zur Fallreepspforte, eine Stimme ertönte:»Boot ahoi?«und Allday rief durch die hohlen Hände: «Hyperion!»

Nun bestand kein Zweifel mehr, falls dem je so gewesen war. Jeder einzelne Mann an Bord wußte nun, daß der straffe Offizier mit dem goldbetreßten Hut sein neuer Kommandant war und nächst Gott der absolute Herrscher über alle auf diesem Schiff. Alle waren sie in seine Hand gegeben — er konnte jedermann auspeitschen oder hängen lassen, ebensogut aber auch Leistungen belohnen und Schwächen anprangern.

Nach dem Kommando» Riemen hoch!«faßte der Bootsmann mit dem Haken in die Großrüsten, und Bolitho brauchte seine ganze Selbstdisziplin, um reglos im Heck sitzenzubleiben. Seltsamerweise war es der seekranke Midshipman, der den Zauber brach. Er machte Miene, an der Bordwand hochzuklettern; aber Allday knurrte:»Noch nicht, junger Herr!«, und zog ihn auf seinen Sitz zurück.»Der Ranghöchste geht zuletzt ins Boot, aber zuerst hinaus, kapiert?»

Bolitho starrte auf die beiden und vergaß sie sofort. Er drückte das Gehänge fest an den Schenkel, denn einmal hatte er erlebt, wie ein neuer Kapitän über seinen Degen gestolpert und rücklings ins Boot gefallen war. Steifbeinig kletterte er das Fallreep hoch und trat durch die geschnitzte und vergoldete Schiffspforte.

Als er den Hut lüftete, war er fast überwältigt von der unmittelbaren Reaktion, die von allen Seiten, von unten und von oben, zu kommen schien.



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