
Wie Bonaparte älter wurde, entwickelten sich die ursprünglichen Ideen, deren Keime schon lange in ihm lagen, und ließen die Früchte ahnen, die sie eines Tages bringen sollten. Verhaßt war ihm der Gedanke an die Unterwerfung Korsikas durch Frankreich, die ihn, den einzigen Korsen in der Schule, als Besiegten unter Siegern erscheinen ließ. Als er einmal bei einem Beamten der Anstalt zu Mittag speiste, sprachen die Professoren, die schon mehrmals die nationale Empfindlichkeit ihres Zöglings bemerkt hatten, geflissentlich übel von Paoli. Sogleich stieg ihm die Röte auf die Stirn, er konnte nicht länger an sich halten und rief:»Paoli war ein großer Mann, der sein Vaterland wie ein alter Römer liebte, und niemals werde ich es meinem Vater, der sein Adjutant war, verzeihen, daß er zur Vereinigung Korsikas mit Frankreich beigetragen hat; er hätte dem Glücksstern seines Generals folgen und mit ihm fallen sollen.«
Inzwischen war der junge Bonaparte nach Verlauf von fünf Jahren bis zum vierten Kurs gelangt und wußte von mathematischen Wissenschaften so viel, als ihm seine Lehrer, Pater Patrault, mitteilen konnte. Er stand nun im Alter, wo man aus der Brienner in die Pariser Schule überzugehen pflegte. Seine Zeugnisse waren gut, und in dem Bericht des Herrn v. Keralio, des Inspektors der Militärschulen, an König Ludwig XVI. hieß es:
«Herr v. Bonaparte (Napoleon), geboren den 15. August 1769, vier Fuß, zehn Zoll, zehn Linien hoch, hat den vierten Kurs vollendet; Körperbeschaffenheit gut, Gesundheit vortrefflich. Charakter folgsam, anständig und erkenntlich, Betragen sehr ordentlich, hat sich immer durch Talent und Fleiß in der Mathematik ausgezeichnet. Geschichte und Geographie ziemlich gut; schönwissenschaftliche Übungen und Latein, worin er es nur bis zur vierten Klasse brachte, wenig befriedigend; vortrefflich zum Seemann geeignet; verdient die Aufnahme in die Militärschule zu Paris.«
