Fünfundzwanzig Jahre später, das heißt, als er sich auf dem Gipfel seines Glückes befand, meldete man Napoleon einen Bittsteller, der sich als seinen Schulkameraden bezeichnete. Da sich Betrüger mehr als einmal dieses Vorwandes bedient hatten, um zu ihm zu gelangen, befahl Napoleon seinem Adjudanten, nach dem Namen dieses alten Mitschülers zu fragen. Aber der Name erweckte keine Erinnerung in Napoleon, weshalb er sagte:»Gehen Sie noch einmal hin und fragen den Mann, ob er mir keinen Umstand anführen könnte, der meine Erinnerung weckte!«Der Adjutant tat, wie ihm befohlen, und kam mit der Nachricht zurück, daß der Fremde, statt aller Antwort, auf eine Narbe an der Stirn gewiesen habe.»Ah! jetzt erinnere ich mich. «sagte der Kaiser,»ich habe ihm einen Obergeneral an den Kopf geworfen!..«

Während des Winters von 1783 auf 1784 fiel eine solche Masse Schnee, daß jede Erholung im Freien unmöglich war. Bonaparte, der so wider Willen genötigt war, seine sonst der Gartenbeschäftigung gewidmeten Stunden inmitten des ungewohnten Lärms seiner lustigen Kameraden zuzubringen, schlug vor, einen Ausflug zu machen und mit Schaufeln und Spaten eine befestigte Stadt anzulegen, die dann von einem Teile angegriffen, von dem anderen verteidigt werden sollte. Der Vorschlag war zu lockend, als daß man ihn hätte verwerfen können. Natürlich wurde der Urheber des Plans zum Anführer einer Partei erwählt. Seiner Tatkraft konnte die belagerte Stadt nicht widerstehen, sie wurde nach heldenhaftem Widerstand der Feinde genommen. Schon am nächsten Tage schmolz der Schnee; aber diese neue Art des Zeitvertreibs ließ im Gedächtnis der Schüler eine tiefe Spur zurück. Als Männer erinnerten sie sich gern dieses Kinderspiels und wenn sie die Mauern so vieler Städte vor Napoleon fallen sahen, mußten sie der Schneewälle gedenken, die Bonaparte mit ihnen erstiegen hatte.



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