
«Nichts, danke.«
«Nichts. Typisch Sid. Sie wollen nichts.«
Er grinste und verschwand. Ich wollte nichts. Typisch. Mein Problem. Ich hatte besessen, was mir am liebsten gewesen war und es unwiederbringlich verloren. Ich hatte keinen Ersatz dafür gefunden. Ich starrte an die Decke und wartete darauf, daß die Zeit verging. Ich wollte nichts, als wieder auf die Beine kommen und das Gefühl loswerden, einen Zentner grüne Äpfel verschluckt zu haben.
Drei Wochen nach der Schießerei besuchte mich mein Schwiegervater. Er kam am späten Nachmittag und brachte ein kleines Päckchen mit, das er kommentarlos auf den Nachttisch legte.
«Na, Sid, wie geht’s?«
Er ließ sich in einem Sessel nieder, schlug die Beine übereinander und zündete sich eine Zigarre an.
«Kuriert, mehr oder weniger. Ich kann bald raus, gut, gut.«
«Und deine Pläne?«
«Ich habe keine.«»Du kannst nicht ohne Rekonvaleszenz ins Büro zurück«, meinte er.
«Wahrscheinlich.«
«Irgendwo in der Sonne zu liegen, wäre dir wohl am angenehmsten«, sagte er, die Zigarre betrachtend,»es wäre mir lieb, wenn du ein paar Tage zu mir nach Aynsford kommen würdest.«
Ich schwieg eine Weile.»Ist.?«begann ich und verstummte wieder.
«Nein«, sagte er.»Sie wird nicht da sein, sie ist nach Athen gefahren, zu Jill und Tony. Ich habe sie gestern weggebracht, beste Grüße.«
«Danke«, sagte ich trocken.
Wie gewöhnlich wußte ich nicht, ob ich traurig oder fröhlich sein sollte, daß ich meine Frau nicht treffen würde.
«Du kommst also? Mrs. Cross wird sich um dich kümmern.«
«Ja, Charles, danke. Ein paar Tage auf jeden Fall.«
Er klemmte die Zigarre zwischen die Zähne, kniff die Augen zusammen und zog sein Notizbuch heraus.
«Also, sagen wir, du wirst in — na, vielleicht in einer Woche, entlassen. Hat keinen Sinn, sich zu beeilen. Das wäre der Sechsundzwanzigste. Hmm. Sagen wir — nächste Woche, Sonntag? Ich bin den ganzen Tag zu Hause. Paßt dir das?«
