«Ja, wenn die Ärzte nichts dagegen haben.«

«Also abgemacht.«

Er kritzelte etwas in sein Notizbuch, steckte es weg, nahm die Zigarre aus dem Mund und lächelte, während seine Augen mich undurchdringlich und ausdruckslos anblickten. Er saß leger in seinem dunklen Geschäftsanzug da, Konteradmiral a. D. Charles Roland. Ein Mann, dem seine sechsundsechzig Jahre nicht anzusehen waren. Fotos aus dem Krieg zeigten ihn groß, aufrecht, beinahe knochig, mit hoher Stirn und dichtem dunklen

Haar. Die Zeit hatte es ergrauen lassen, und durch ihr Zurückweichen wirkte die Stirn höher als je. Außerdem hatte er zugenommen. Er war meistens außergewöhnlich charmant und gelegentlich auf herablassende Weise beleidigend. Ich hatte beides bei ihm erlebt. Jetzt lehnte er sich bequem zurück und sprach vom Hindernisrennsport.

«Was hältst du von dem neuen Rennen in Sandown? Ich finde, daß es da noch an verschiedenem hapert.«

Sein Interesse für den Sport war erst ein paar Jahre alt, aber zu seinem Vergnügen hatte man ihn in letzter Zeit sogar gebeten, hier und dort in der Rennleitung mitzuwirken. Während ich ihm zuhörte, konnte ich ein Schmunzeln kaum verbergen. Es war schwer, seine damalige Reaktion auf Jennys Verlobung mit einem Jockey zu vergessen, seine Ablehnung meiner Person als künftigem Schwiegersohn, sein Fehlen bei unserer Hochzeit, die folgenden Monate eisiger Mißbilligung, das kühle Schweigen mir gegenüber.

Ich hielt das damals für reinen Snobismus, aber ganz so simpel war es nicht. Zweifellos hielt er mich nicht für gut genug, aber nicht nur oder nicht einmal in der Hauptsache vom Klassenstandpunkt aus; wahrscheinlich hätten wir einander nie verstanden, geschweige denn uns gar leiden können, wenn nicht ein regnerischer Nachmittag und das Schachspiel gewesen wären.

Jenny und ich fuhren zu einem unserer seltenen, quälenden Sonntagsbesuche nach Aynsford. Das Roastbeef verzehrten wir beinahe schweigend, Jennys Vater starrte unhöflich zum Fenster hinaus und trommelte mit den Fingern auf die Tischplatte. Ich beschloß innerlich, nie mehr herzukommen. Ich hatte genug. Jenny konnte ihn alleine besuchen.



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