«Es gehört doch Ihnen? Ich meine, eigentlich ist es kein Geschenk für Patienten.«

Sie gab mir das Buch in die rechte Hand, und ich las den Titel >Grundzüge des Gesellschaftsrechts<.

«Mein Schwiegervater hat es absichtlich hiergelassen. Er hat es mir zugedacht.«

«Na ja, es fällt einem ja auch nicht leicht, einen Kranken zu beschenken, der kein Obst essen darf.«

Sie machte sich an die Arbeit und ließ mich dann allein.

>Grundzüge des Gesellschaftsrechts<…?

Ich blätterte in dem Band. Es war zweifellos ein Buch über Gesellschaftsrecht. Pure Juristerei. Keine leichte Unterhaltung für einen Invaliden. Ich legte es auf den Nachttisch. Ich setzte voraus, daß er nicht ohne Absicht gerade dieses Buch ausgewählt hatte. Er verband irgendeinen Hintergedanken damit. Das Thema sollte mir oder ihm später einmal nützlich sein. Er glaubte vielleicht, mich in eine andere Laufbahn drängen zu können, nachdem ich mich bei Radnor nicht ausgezeichnet hatte. Ein Anstoß, das sollte das Buch sein. Ein Anstoß in eine bestimmte Richtung.

Ich überlegte mir, was er gesagt hatte, auf der Suche nach einem Hinweis. Er hatte darauf gedrängt, ich möchte ihn in Aynsford besuchen, er hatte Jenny nach Athen geschickt. Er hatte vom Rennsport gesprochen, von dem neuen Rennen in Sandown, von Ascot, von Wally Gibbons. Nirgends ein Zusammenhang mit Gesellschaftsrecht.

Ich seufzte und schloß die Augen. Ich fühlte mich nicht besonders. Ich brauchte das Buch nicht zu lesen, brauchte die von Charles gewiesene Richtung nicht einzuschlagen. Und doch warum nicht? Es gab nichts, was ich statt dessen dringend tun müßte. Ich beschloß, mich der Mühe zu unterziehen — morgen.

Vielleicht.

Kapitel 2

Vier Tage nach meiner Ankunft in Aynsford kam ich nach dem Nachmittagsschlaf ins Parterre, wo Charles in der großen Halle vor einer riesigen Kiste stand und darin wühlte. Auf dem ganzen Parkett war Holzwolle verstreut, auf einem niedrigen Tisch neben ihm lagen Trophäen seiner Wühlarbeit, für mein ungeübtes Auge nichts als Gesteinsbrocken.



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