«Das Fenster bezahle ich«, sagte ich.

«Ja«, meinte er grinsend.»Ich habe mir schon gedacht, daß Sie’s tun, wenn ich’s Ihnen sage.«

Er wanderte im Zimmer herum und sah sich alles an. Es gab nicht viel zu sehen.

«Was ist in der Flasche, aus der es in die Vene tropft?«

«Irgendeine Nahrung, soviel ich weiß. Zu essen bekomme ich jedenfalls nie etwas.«

«Wahrscheinlich haben sie Angst, daß Sie platzen.«

«Mag sein.«

«Nicht mal einen Fernseher! Wäre doch ein Vergnügen, zur Abwechslung mal zuzuschauen, wenn andere abgeknallt werden.«

Er studierte die Fieberkurve.

«Neununddreißig vier hatten Sie heute früh, wissen Sie das? Glauben Sie, daß Sie abkratzen?«

«Nein.«

«Muß aber knapp gewesen sein, was man so hört. Jones sagte, Sie hätten geblutet wie ein abgestochenes Kalb.«

Mit Jones’ Art von Humor konnte ich nicht viel anfangen.

«Kommen Sie zurück?«fragte Chico.

«Vielleicht.«

Er knüpfte Knoten in die Zugschnur der Jalousie. Ich beobachtete ihn. Ein hagerer Bursche mit so viel Energie ausgestattet, daß es ihm schwerfiel, sich ruhig zu halten. Er hatte zwei Nächte lang erfolglos in der Toilette gewartet, bevor ich an seine Stelle getreten war, und ich wußte, daß er diese Untätigkeit nicht hätte ertragen können, wenn er nicht so an seinem Beruf gehangen hätte. Er war der Jüngste in Radnors Team, ungefähr vierundzwanzig, wie ich glaubte. Als Kind war er auf den Stufen eines Polizeireviers ausgesetzt worden, so daß niemand genau Bescheid wußte.

Wenn die Polizei nicht so gut zu ihm gewesen wäre, sagte Chico manchmal, hätte er wahrscheinlich die späteren Gelegenheiten benutzt und die Verbrecherlaufbahn eingeschlagen.



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