Ob ich Musik mag, möchte sie wissen.

Ich weiß darauf keine Antwort. Ich weiß nicht, ob ich Musik mag. Ich weiß nur, ich möchte auch solche Musik machen können. Aber ich bin schüchtern und sage nichts, sondern verstecke mich hinter der Italienerin, die mich schließlich an der Hand nimmt, sich in ihrem etwas schwerfälligen Englisch entschuldigt und mich wieder nach draußen führt.

So war es wirklich.

Natürlich möchten Sie jetzt wissen, wie dieser wenig verheißungsvolle Beginn meines Lebens als Musiker sich in die Gideon-Legende verwandelte. Wie, um es anders auszudrücken, aus der weggeworfenen Waffe, die in einer Höhle hundert Jahre Kalk ansetzte, Excalibur wurde, das Schwert im Stein. Ich kann nur Mutmaßungen anstellen, da die Legende das Machwerk meines Vaters ist, nicht meines.

Am Ende des Tages, wenn die Kinder der Spielgruppe nach Hause gebracht wurden, erhielten die Eltern in der Regel einen kurzen Bericht über Entwicklung und Verhalten ihres Sprösslings. Das war es ja wohl, was sie sich von der Investition erhofften: tägliche Hinweise darauf, dass die soziale Reife ihres Kindes Fortschritte machte.

Weiß der Himmel, was die Eltern des kleinen Pinkelhelden an diesem Nachmittag zu hören bekamen. Meine Eltern jedenfalls hörten von meiner Begegnung mit Rosemary Orr.

Ich vermute, die Berichterstattung spielte sich bei uns zu Hause im Wohnzimmer ab, wo Großmutter den Tee kredenzte, den sie Großpapa jeden Nachmittag auftischte, um ihn in eine Atmosphäre alltäglicher Normalität einzubetten und vor einem Überfall durch eine »Episode« zu schützen. Vielleicht war mein Vater auch da, vielleicht gesellte sich auch James, der Untermieter, dazu, der eines der leer stehenden Zimmer im dritten Stockwerk des Hauses gemietet hatte und so dazu beitrug, dass wir finanziell über die Runden kamen.



15 из 958