
Ein Page eilte durch den Garten. Im Vorübergehen grüßte er Ista mit einer absonderlichen Verneigung, einem knappen Vorbeugen mitten im Sprung. Er verschwand im Bergfried. Einige Minuten später kam dy Ferrej heraus, den Pagen im Kielwasser, und schritt würdevoll durch den Garten. Die Schlüssel der Burg, Symbole seines Amtes, klimperten an seinem Gürtel.
»Wohin des Weges, dy Ferrej?«, rief Ista betont gelassen und zwang sich, die Füße still zu halten.
Er hielt kurz inne und verneigte sich — eine Geste, die sowohl Istas Rang angemessen war wie auch seiner Würde und seinem Körperumfang. Der Page tat es ihm gleich. »Mir wurde gemeldet, dass einige Reiter aus Cardegoss eingetroffen sind, Majestät.« Er zögerte kurz. »Ihr habt eingewendet, dass der Eid, den ich Euch und Eurer Familie geleistet habe, mich nicht nur zu Eurem Schutz verpflichtet, sondern mir auch Gehorsam auferlegt. Ich habe viel über Eure Worte nachgedacht.«
Aha, dieser Pfeil hatte also getroffen. Gut. Ista lächelte leicht.
Er erwiderte das schwache Lächeln, doch es lag auch eine tiefe Befriedigung auf seinem Gesichts. »Da meine Bedenken Euch anscheinend nicht überzeugen konnten, habe ich an den Hof geschrieben und diejenigen um Beistand gebeten, auf deren Stimme ihr hören werdet. Der alte dy Ferrej hat tatsächlich kein Recht, Euch zu widersprechen, abgesehen vielleicht von der Nachsicht, die Ihr ihm nach all den Jahren seiner treuen Dienste schuldet — nein, die Ihr ihm vielleicht gütigst gewähren mögt …«
Ista kniff bei diesen Worten die Lippen zusammen. Was für ein durchtriebenes Spiel.
»Aber Königin Iselle und Prinz Bergon sind Eure Lehnsherren, und sie sorgen sich natürlich um die Sicherheit ihrer Mutter. Und soweit ich weiß, ist auch Kanzler dy Cazaril ein Mann, dessen Meinung Ihr achtet. Wenn ich mich nicht täusche, dürften die Boten einige beruhigende Ratschläge mitbringen.« Er nickte zufrieden und ging weiter.
