
Nicholas beobachtete das alles mit einer Mischung aus Erstaunen und Mißfallen. Solches Verhalten hatte er von Christopher Millfield erwartet, einem arroganten und aufbrausenden jungen Mann, der sich schnell beleidigt fühlte, auch wenn gar keine Kränkung beabsichtigt war. Gabriel Hawkes war ein völlig anderer Mensch, ein bescheidener, fast scheuer Typ, der sich bei den zotigen Neckereien der Schauspieler keineswegs wohl fühlte und der sich von der breiten Masse entfernt hielt. Nicholas bewunderte die Fähigkeiten beider Männer, doch Gabriel Hawkes war ihm viel sympathischer als der andere. Bei einer langen und schwierigen Tournee wäre seine sanftmütige Gegenwart wesentlich wertvoller gewesen als Millfields Ungestüm.
Doch jetzt zeigte er sich von der denkbar schlechtesten Seite. Indem er sich offen zum Kampf stellte, leistete er seiner Sache einen Bärendienst. Zur Begeisterung des Publikums - doch dem Schauspiel vollkommen entgegengesetzt - packten sich die beiden wie Ringkämpfer, warfen sich mit hölzernen Versen zu Boden, bevor sie mit sich reimenden Gedichten und Fäusten aufeinander losgingen.
Doch plötzlich kam alles zu einem Ende.
Gabriel Hawkes schien seine Niederlage einzusehen. Er sank erkennbar in sich zusammen, verlor jegliches Feuer. Er ließ sich von Christopher Millfield vollkommen fertigmachen und brachte nicht mal andeutungsweise eine Verteidigung zustande. Es tat weh, wenn man nur zusah.
Die meisten Zuschauer merkten nichts von dem heftigen persönlichen Kampf, der sich vor ihren Augen abspielte. Hawkes und Millfield hatten keine tragenden Rollen und verschmolzen mit der Kulisse, sobald Lawrence Firethorn auf die Bühne trat. Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein König, und seine Brillanz übertraf alles andere, einschließlich der lächerlichen Bemühungen von Barnaby Gill in der Rolle des klapprigen Liebhabers. Firethorns Herrschaft war überragend.
