Thomas Skillen war solch ein Fall. Der Bühnenarbeiter war beim Theater alt geworden, verläßlich wie ein Fels, doch sein hohes Alter und sein Rheumatismus sprachen gegen ihn. Jetzt brauchte man jüngere Burschen und geschicktere Hände. Peter Digby war ein weiteres Opfer. Als Leiter der Musikantengruppe war er bei jeder Vorstellung eine wichtige Persönlichkeit gewesen, doch seine Rolle war bei einer Tournee ein Luxus, den man sich nicht mehr leisten konnte. Schauspieler, die gleichzeitig Musikanten waren, wurden wegen ihres »Doppelnutzens« bevorzugt. Hugh Wegges, Kostümmeister der Gesellschaft, würde zusehen müssen, wie einige seiner besten Kostüme die Stadt verließen, während er zurückblieb. Seine überragenden Fähigkeiten mit Nadel und Faden reichten nicht aus, um seine Teilnahme zu rechtfertigen. Nathan Curtis, Zimmermann, fiel ebenfalls durchs Netz. Nur wenige Bühnenbildner und Requisiten sollten mit auf die Reise gehen, da war seine Könnerschaft nicht mehr vonnöten.

Und so war es auch bei vielen anderen. Nicholas hatte sich bemüht, ihnen die schlimme Nachricht so schonend wie möglich beizubringen, doch das verhinderte weder Tränenausbrüche, offene Verzweiflung noch bittere Vorwürfe. Über viele, die er im Laufe der Zeit schätzen gelernt und als Kollegen bewundert hatte, sprach er ein Todesurteil aus. Das machte ihm schwer zu schaffen.

»Was ist mit Christopher Millfield?« fragte Anne.

»Ah! Da hat es allerdings heftigen Streit gegeben.«

»Ich würde ihn Gabriel Hawkes vorziehen.«

»Aber nur, weil Ihr ihn nicht so gut kennt wie ich.«

»Im beständigen Liebhaben zeigte er das bessere Talent.«

»Das eindrucksvollere, das gebe ich zu«, sagte Nicholas. »Das trifft auf Christopher zu. Er weiß, wie er sich auf der Bühne die Aufmerksamkeit sichert und legt viel Leidenschaft in sein Spiel, aber dennoch glaube ich, daß Gabriel der bessere Mann ist. Er lernt seine Rolle schneller als jeder andere in der Gruppe und bringt einen kühlen Kopf mit zur Arbeit.«



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