
»Darüber kann man geteilter Meinung sein.«
»Was sagt Ihr da, Barnaby?«
»Laßt es gut sein.«
»Wollt Ihr meine Arbeit anzweifeln, Sir?«
»Dazu fehlte mir die Stimme.«
»Das wäre nicht der einzige Mangel bei Euch.«
»Wie war das?«
»Eure Augen, Sir. Denkt an die heilige Bibel. Kehrt zuerst vor Eurer eigenen Tür, bevor Ihr mich angreift.«
»Wie soll ich das verstehen?«
»Seht zu, daß Eure eigene Leistung in Ordnung ist.«
»Das ist nicht nötig«, plusterte Gill sich auf. »Mein Publikum ist durchaus mit meinem Genie vertraut.«
»Warum versteckt es sich dann vor Euren Kollegen?«
»Viper!«
Der Streit war in vollem Gange, Edmund Hoode brauchte mehrere Minuten, bis er die Streithähne beruhigen konnte. Das war für ihn schon eine Routinesache geworden. An der Wurzel der Beziehung zwischen Lawrence Firethorn und Barnaby Gill lag professionelle Eifersucht. Jeder der beiden besaß bemerkenswerte individuelle Talente, deren Kombination großartige Ergebnisse hervorbrachte. Die meisten Erfolge der Gruppe beruhten auf dem Zusammenspiel dieses unvergleichlichen Paares, aber sie schafften es nicht, jenseits der Bühne Harmonie zu finden. Sie kämpften mit unterschiedlichen Waffen. Firethorn benutzte ein verbales Langschwert, das sausend durch die Luft fuhr, während Gill den Dolch bevorzugte, dessen schmale Klinge zwischen die Rippen fahren konnte. Wenn ein Streit sich dem Höhepunkt näherte, war der erste wie der rasende Zorn mit zuckenden Augenbrauen, während der andere zitternde Beleidigung darstellte und höhnisch aufgeworfene Lippen.
Edmund Hoode schlug einen versöhnlichen Ton an.
»Meine Herren, meine Herren, Ihr leistet Euch beide einen schlechten Dienst. Wir sind alle Partner in diesem Geschäft. Gott ist mein Zeuge, in diesen schwierigen Zeiten haben wir schon genug Feinde um uns. Laßt durch zornige Worte nicht noch mehr Unstimmigkeit entstehen. Nehmt Euch zusammen, Sirs. Seid wieder Freunde.«
