»Eine bittere Medizin, die wir da schlucken müssen«, sagte Hoode.

Barnaby Gill stieß einen Seufzer aus, so tief wie die Themse.

Die drei Männer saßen im Schankraum des Queen's Head in der Gracechurch Street vor ihren Bechern mit spanischem Wein. Das Gasthaus war regelmäßig Schauplatz der Aufführungen von Lord Westfield's Men, einer der führenden Theatergruppen der Stadt. Lawrence Firethorn, Barnaby Gill und Edmund Hoode waren allesamt Teilhaber der Gruppe, anerkannte Schauspieler, deren Namen in das königliche Patent der Gesellschaft eingetragen waren und die die wichtigsten Rollen ihres umfangreichen Repertoires übernahmen. Westfield's Men hatte noch weitere Teilhaber, doch dieses Trio kontrollierte erfolgreich die Geschäfte der Gruppe. So lautete zumindest die Theorie. In Wirklichkeit war es die energiegeladene und beherrschende Persönlichkeit des Lawrence Firethorn, die normalerweise das Sagen hatte und den beiden Kollegen ein Gefühl eigener Autorität vermittelte, während sie tatsächlich nur seine Entscheidungen bestätigten. Er überragte sie alle.

»Meine Herren«, verkündete er tapfer, »wir dürfen uns nicht vom Schicksal bezwingen oder von den Umständen beeinflussen lassen. Laßt uns die Not zur Tugend machen.«

»Tugend, in der Tat!« Gill wurde zynisch.

»Jawohl, Sir.«

»Zeigt es mir, Lawrence«, sagte der andere. »Wo ist die Tugend, wenn wir uns durchs ganze Land schleppen, um unsere Talente vor undankbaren Dummköpfen auszubreiten? Billige Stücke für arme Leute in miserablen Orten bringen uns keinen Heller ein.«

»Westfield's Men paktieren nicht mit der Armut«, sagte Firethorn und hob mahnend den Finger. »Wie einfach auch immer unsere Bühne sein mag, unsere Arbeit bleibt wertvoll und befriedigend. Und wenn das Publikum nur aus ungebildeten Narren besteht, so werden wir ihnen dennoch einen Festschmaus der Worte anbieten.« Seine Brust blähte sich voller Stolz. »Alles, was recht ist, Sir, ich habe mich noch niemals so herabwürdigen lassen, daß ich eine schlechte Schauspielerei geliefert hätte.«



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