»Sir?«

»Seid meine Frau.«

»Das bin ich doch.«

»Seid es mehr als nur dem Namen nach.«

»Ihr sprecht in Rätseln.«

Unbeholfen legte er ihr den Arm um die Taille. Sein Mund wurde trocken. Er war sich seiner hölzernen Unbeholfenheit schmerzlich bewußt. Eleanor war zweimal verheiratet gewesen und zweimal Witwe geworden, bevor sie Humphrey kennengelernt hatte. Er war bereits weit über dreißig gewesen, bevor er jemals daran gedacht hatte, sich eine Frau zu suchen. Da war eine Kluft zwischen ihnen. In ihrer Hochzeitsnacht hatten sie diese Kluft überwunden, für viele lustvolle Monate, die folgten, aber jetzt war sie wieder da und hatte sich zu einer gewaltigen Schlucht verbreitert.

Er zwang sich, weiterzusprechen.

»Als wir uns zum erstenmal begegneten…«

»Ja, Humphrey?«

»Da sprachen wir von Kindern.«

»Ich hatte fünf und habe den armen Harry bei der Geburt verloren.«

»Ihr wolltet noch mehr. Meine Kinder, Eleanor.«

»Ich erinnere mich daran, Sir.«

»Unsere Kinder, liebe Frau, die Frucht unserer Liebe.« Er befeuchtete sich die Lippen. »Der Pfarrer ist der gleichen Ansicht in dieser Sache. Mit Gottes Hilfe wird ein neues Baby dich zu mir zurückbringen, so wie ich dich geliebt habe.« Seine Erregung steigerte sich. »Seid wieder meine Ehefrau, Eleanor. Erfüllt noch einmal Eure ehelichen Pflichten.«

Sie schaute am Flußufer entlang und beobachtete, wie ein Eisvogel heranschwebte und tauchte. Als sie sprach, war ihre Stimme gedämpft, doch ihre Worte hatten eine furchterregende Klarheit.

»Ich werde dein Bett nicht mehr mit dir teilen. Du bist mein Ehemann gewesen, so loyal, wie eine Frau ihn sich nur wünschen kann. Aber jetzt habe ich eine neue Aufgabe. Er hat mich gerufen, Sir. Er hat mir klare Anweisungen gegeben.«

»Wer hat das getan?«

»Auf wen außer Gott würde ich hören?«

»Klare Anweisungen, sagt Ihr?«



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