»Laßt uns am Fluß Spazierengehen, Eleanor.«

»Wenn Ihr es wünscht, Sir.«

»Das war noch vor kurzem unsere Lieblingsstelle«, erinnerte er sie. »Habt Ihr das so schnell schon vergessen?«

»Aber nein, gar nicht.«

»Begleitet Ihr mich dann also?«

»Ich gehorche meinem Mann.«

»Dann hier entlang…«

Eleanor war nicht mehr die Frau, die er geheiratet hatte. Die hübsche junge Witwe, die so lebenslustig gewesen war, hatte sich in einen nach innen gekehrten Menschen verwandelt, dessen Sinn nach Höherem ging. Dieser unerklärliche Horror im Schlafzimmer hatte ihn seines Hauptvergnügens beraubt. Eleanor war aus ihrem todesähnlichen Zustand erwacht ohne Erinnerung an das, was vorgefallen war. Sie wußte nichts von ihrer nackten Attacke auf den betenden Miles Melhuish. Alles war verloren. Dahin waren ihre Wärme, ihr Lachen, ihre Lebenslust. Jetzt war sie bedrückt und geistesabwesend. Seit vielen Nächten schlief Humphrey Budden in einem kalten Bett.

Er setzte sein Vertrauen auf Gottes strahlendhellen Tag.

»Setzt Euch hierhin, Eleanor.«

»Weshalb, Sir?«

»Weil ich mit Euch sprechen möchte.«

»Das Gras ist sicher weich, denke ich.«

Sie setzte sich auf den Rasen und breitete ihr Kleid um sich aus. Budden war gerührt. Eine Sekunde lang sah er wieder die Frau, die er geliebt, umworben und für sich gewonnen hatte. Das Glück strömte in ihn zurück. Sie waren zu der Stelle zurückgekehrt, an der alles begonnen hatte. Wenige Schritte vor ihnen rauschte das Wasser des Trent, der sich durch die grünen Wiesen schlängelte. Vielleicht kehrte der alte Zauber zurück, wenn er Geduld hatte. Er ließ sich neben ihr nieder und nahm ihre Hand.

»Eleanor…«



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