
Nicholas Bracewell hielt die beiden Zugpferde in flottem Trab und genoß die Landschaft. Neben ihm saß Richard Honeydew, der jüngste, kleinste und talentierteste der Schauspielschüler. Der Junge hatte schon längst erfahren, daß der Regisseur nicht nur sein zuverlässigster Freund in der Gruppe war, sondern auch eine unerschöpfliche Quelle der Information.
»Master Bracewell…«
»Ja, mein Junge?«
»Ich bin noch nie außerhalb von London gewesen.«
»Dann wird das für dich eine interessante Erfahrung, Dick.«
»Müssen wir mit großen Gefahren rechnen?«
»Nun, denk nicht an solche Dinge.«
»Die anderen Jungen reden von Dieben und Wegelagerern.«
»Die wollen dich doch nur erschrecken, Junge.«
»Martin sagt, Zigeuner könnten mich entführen.«
»Er amüsiert sich über deine Unerfahrenheit.«
»Werden wir überhaupt keinen Gefahren begegnen?«
»Nicht solchen, wegen derer du dir große Sorgen machen müßtest, Dick.«
»Warum tragt Ihr dann ein Schwert?«
Sämtliche Männer waren bewaffnet, die meisten hatten einen Dolch im Gürtel und ein Schwert oder einen Degen an der Seite. Das war für jeden Reisenden eine unverzichtbare Vorsichtsmaßnahme. Verbrecher, Räuber und Vagabunden lauerten entlang der Straßen auf ihre Opfer. Nicholas wollte dem Jungen keine Angst einjagen, indem er etwas davon sagte, statt dessen erklärte er ihm, daß allein schon die Größe und die Stärke der Gruppe jeden denkbaren Angreifer abschrecken werde. Richard Honeydew werde auf dem platten Land genauso sicher sein, als schlafe er in seinem Bett in jenem Haus in Shoreditch, in dem Margery Firethorn ein strenges, aber liebevolles Regiment führte. Der Junge entspannte sich sichtlich.
