Hoode zuckte wegwerfend mit den Schultern. Er hatte gelernt, bei Liebesdingen Lawrence Firethorn keinerlei Vertrauen zu schenken, und schon gar nicht Barnaby Gill. Der eine war ein notorischer Ehebrecher, der das unschuldigste Mädchen verführen konnte, und der andere hatte für das gesamte weibliche Geschlecht nichts als schiere Verachtung übrig. Edmund  Hoode hielt sich an seine eigenen Vorstellungen. Er war groß und schlank, ein bleicher, glattrasierter Mann in den Dreißigern, Schauspieler und Stückeschreiber bei der Gesellschaft, dem es irgendwie gelungen war, die verrohenden Aspekte eines solchen Berufes nicht an sich heranzulassen. Er war ein unbeirrbarer Romantiker, für den die Herzensschmerzen des Liebhabers eine höhere Form des Vergnügens darstellten, und er ließ sich nicht davon beeindrucken, daß seine Beziehungen so gut wie niemals an ihr Ziel gelangten. Seine frische Verliebtheit war ganz klar auf seinem Gesicht zu sehen; vor den spöttisch forschenden Blicken seiner Kollegen senkte er den Kopf.             

Lawrence Firethorn war da aus ganz anderem Holz, ein mittelgroßer Mann mit faßförmigem Brustkasten, ein Mensch, der Macht und Persönlichkeit ausstrahlte, und dessen gewelltes schwarzes Haar, sein Spitzbart und seine gefälligen Gesichtszüge eine direkte Herausforderung der Weiblichkeit darstellten. Gill war älter und kleiner, kräftig gebaut und ein verwöhnter Charakter. Außerhalb des Theaters war er ein mürrischer und ichbezogener Mann, auf der Bühne ein überragender Schauspieler, dessen verschmitztes Lächeln aus einem häßlichen Mann eine Figur mit starker Ausstrahlung machte.

Hoode war zwischen seiner Leidenschaft und seinen Stücken hin und her gerissen.

»Westfield's Men können gut ohne mich auskommen.«



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