
»Aber gerne«, sagte Gill stichelnd.
»Ich könnte später auf der Reise zu Euch stoßen.«
»Nun kommt aber, Edmund«, sagte Firethorn und klopfte ihm auf die Schulter. »Kein Gerede mehr von Desertion. Ohne unseren Poeten, der uns die Worte in den Mund legt, sind wir wie dumme Idioten. Ihr reist mit uns, weil wir Euch lieben.«
»Mein Herz ist irgendwo anders.«
»Und weil wir Euch einfach brauchen, lieber Freund.«
»Geht doch einfach ohne mich.«
»Und weil Ihr einen Vertrag mit uns habt.«
Firethorns gezielte Erinnerung beendete das Gespräch. Als Teilhaber der Gesellschaft hatte Hoode gewisse rechtliche Pflichten. Seine Bewegungsfreiheit war eingeschränkt. Er zuckte zusammen, während eine weitere Liebesbeziehung bereits im Keim erstickte.
Lawrence versuchte, ihn zu trösten.
»Mut, Mann!« drängte er. »Sitzt hier nicht wie ein liebeskranker Schäfer. Denkt mal daran, was vor Euch liegt. Ihr gebt eine Eroberung auf, um andere zu machen. Diese Landmädchen sind fürs Kopulieren geschaffen. Laßt Euch gehen. Ihr könnt Euch quer durch sieben Grafschaften bumsen, bis Euer Schwanz blau wird und ›Schluß damit!‹ schreit. Nehmt Euch zusammen, Edmund.« Firethorn gab ihm einen Klaps auf die Schulter. »Westfield's Men werden nicht aus London weggejagt. Wir reisen ins Paradies!«
»Und wer soll die Schlange darstellen?« fragte Gill.
*
Nicholas Bracewell stand an seinem angestammten Platz hinter der Bühne und überwachte die Aufführung mit seiner typischen stillen Autorität. Als Regisseur der Gruppe spielte er eine besonders wichtige Rolle, soufflierte und inszenierte jedes Stück, das zur Aufführung kam, überwachte die Proben und half bei tausenderlei Dingen, die zu tun waren.
Er war ein großer, stattlicher, kräftig gebauter Mann mit einer Gesichtsfarbe wie wettergegerbte Eiche, mit langem blondem Haar und einem Wikingerbart. Trotz seiner eindrucksvollen Gestalt konnte er sich während einer Aufführung vollkommen unsichtbar machen, eine schattenhafte Präsenz von entscheidender Bedeutung, ein Drahtzieher wie ein meisterlicher Puppenspieler.
