Vielleicht wollte Jackson ihn damit provozieren, das wäre dem Studenten durchaus zuzutrauen, aber was hätte er schon davon? Gelegentlich wurde einem Professor ein Streich gespielt. Es gab Fakultätsmitglieder, die es geradezu herausforderten, daß man sie zum besten hielt. Meist handelte es sich dabei um hochnäsige Tröpfe, denen ein kleiner Dämpfer nur guttun konnte. Lansing jedoch hatte sich immer um ein gutes Verhältnis zu den Studenten bemüht. Es mochte sein, daß er hie und da für zu weich gehalten wurde. Wenn er über seine Beziehung zu Jackson nachdachte, so konnte er sich nicht an irgendwelche Schwierigkeiten mit ihm erinnern. Jackson war nicht eben ein auffällig fleißiger Student gewesen, aber das galt für viele andere auch. Lansing hatte immer versucht, seinen Schüler mit Höflichkeit und Achtung zu behandeln. Hin und wieder hatte er versucht, ihm kleine Hilfen zu geben, aber Jackson war nicht der Mann, der solche Versuche zu schätzen wußte.

Es waren nur wenige Gäste im Ratskeller. Die meisten von ihnen hatten sich um einen Tisch in der Ecke versammelt. Der Mann hinter der Theke war in ein Gespräch mit zwei Studenten vertieft. Lansing wurde von niemandem beachtet, als er den Raum betrat.

Neben der Theke gab es eine Tür, genau wie es Jackson beschrieben hatte. Lansing durchquerte das Zimmer mit entschlossenen Schritten. Der Türknopf ließ sich leicht drehen. Lansing stieß die Tür auf, trat hindurch, schloß sie wieder und lehnte sich mit dem Rücken gegen sie.

Eine einzelne, kahle Glühbirne hing von der Decke herab. Der Raum machte einen unbenutzten Eindruck. Vermutlich hatte er tatsächlich einmal als Abstellkammer gedient. Leere Limonade-kartons waren an einer Wand gestapelt, ein paar Aktenregale und ein alter Schreibtisch standen mitten im Zimmer. Die Möbel sahen aus, als hätte sie jemand hastig und ohne viel Nachdenken hier abgestellt.



13 из 229