Die beiden Schlüssel an dem Plastikplättchen lagen noch auf der Tischplatte, wo er sie abgelegt hatte. Er streckte die Hand nach ihnen aus, doch dann zog er sie wieder zurück, ohne die Schlüssel berührt zu haben. Noch immer hielt er das Glas in der Hand. Er ging alle Ereignisse des Tages in Gedanken noch einmal durch und stellte zu seinem Erstaunen fest, daß er ein unangenehmes, schuldbewußtes Gefühl dabei hatte, so als ob er etwas Verbotenes getan hätte. Er versuchte, sich über die Gründe für seine Empfindungen klarzuwerden. Es schien jedoch keinen Grund zu geben, einzig eine Tatsache: Sein Besuch im Ratskeller war keine, völlig normale Handlung gewesen. In seinem ganzen Leben war er noch niemals heimlich irgendwohin geschlichen, er hatte einfach keine Zeit für solche Unternehmungen gehabt. An seinem Eindringen in die Abstellkammer aber haftete der Ruch von etwas Verstohlenem, Heimlichem, von etwas, das nicht ganz zum würdigen Stand eines Fakultätsmitglieds passen wollte. Immerhin arbeitete Lansing an einer zwar kleinen, aber in vieler Hinsicht respektablen Hochschule.

Aber das war noch nicht alles, dachte Lansing. Die Heimlichkeit, das leichte Schuldgefühl waren nicht alles. Ihm wurde allmählich klar, daß er einen Aspekt bis jetzt - auch vor sich selbst - bewußt unterdrückt hatte. Es gab einen Gedanken, dem er sich nicht stellen wollte, vor dem er immer wieder zurückzuckte. Lansing zwang sich zu einem Eingeständnis: Er hatte den Verdacht, daß ihn jemand zum Narren halten wollte. Diese Formulierung war allerdings nicht völlig zutreffend. Wenn es sich bei der Sache nur um einen infantilen Studentenstreich gehandelt hätte, dann wäre sie mit seinem heimlichen Besuch in der Abstellkammer beendet gewesen. Aber der Automat hatte mit ihm gesprochen. Auch das mußte noch nicht viel besagen. Jemand konnte den Spielautomaten mit einem Tonband ausgestattet haben, und er, Lansing, hatte es eingeschaltet, als er den Hebel betätigte.



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