Möglicherweise hätte er gespürt, daß Jacksons Arbeit nicht ohne fremde Hilfe entstanden war. Lansing dachte einen Moment lang über diese Möglichkeit nach, dann sagte er sich, daß er Jackson wahrscheinlich nicht zu sich bestellt hätte. Wenn Jackson mogeln wollte - was ging ihn, Lansing, das an? Letztlich betrog Jackson doch nur sich selbst. Es hätte keinen Sinn gehabt, über den Betrugsversuch als solchen zu sprechen. Mehr als ein fruchtloses Streitgespräch wäre dabei nicht herausgekommen, denn schließlich hätte er Jacksons Täuschungsversuch nicht beweisen können. Für Lansing gab es nur eine logische Schlußfolgerung: Er sollte zu einem bestimmten Verhalten veranlaßt werden. Die Sache war äußerst geschickt eingefädelt worden, entweder von Jackson selbst oder von jemandem, der Jackson als Werkzeug benutzte. Jackson war nicht gerissen und nicht energisch genug, um ein solches Vorhaben allein durchzuführen. Allerdings konnte sich Lansing in diesem Punkt nicht sicher sein. Bei jemandem wie Jackson konnte man nie ganz sicher sein. Wenn Lansing tatsächlich zu bestimmten Handlungen verleitet werden sollte, was war der Sinn dieser Unternehmung? Auf diese Frage schien es keine Antwort zu geben. Nichts ergab einen Sinn, überhaupt nichts.

Vielleicht wäre es das beste, wenn er die ganze Angelegenheit vergessen würde und nichts mehr unternähme. Aber konnte er das überhaupt? Konnte er sich zu dieser Art Untätigkeit zwingen? Bis zum Ende seiner Tage würde er sich fragen, was es mit der Sache auf sich gehabt habe. Den Rest seines Lebens würde er sich den Kopf darüber zerbrechen, was wohl geschehen wäre, wenn er die Adresse auf dem Schlüsselanhänger aufgesucht und die Anweisungen des Automaten ausgeführt hätte.

Lansing stand auf, suchte nach der Whiskyflasche, fand sie und hielt ihren Hals über das Glas. Aber er schenkte sich nicht ein. Er stellte die Flasche wieder zurück und trug das Glas zum Spülstein in der Küche. Aus dem Kühlschrank holte er ein Makkaroni-Fertiggericht und schob es in den Backofen. Bei dem Gedanken an eine weitere Rindfleisch-Makkaroni-Mahlzeit überkam ihn leichte Übelkeit, aber was blieb ihm schon übrig? An einem solchen Tag konnte man doch nicht von ihm erwarten, daß er sich zum Abendessen ein Feinschmeckermenü bereitete.



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