Während er durch die Eingangshalle des Gebäudes schlenderte, bereitete ihm das Fehlen der Aktentasche Unbehagen. Sie ist ein Teil von mir geworden, dachte er, so wie die Hosen und die Schuhe. Sie war ein Teil seiner Uniform. Seit Jahren trug er sie nun mit sich herum, ohne sie kam er sich fast nackt vor. Es erschien ihm irgendwie unanständig, sich ohne seine Tasche in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Als er gerade die breite Freitreppe vor dem Gebäude hinunterging, rief jemand seinen Namen. Er sah sich suchend um und entdeckte Andy Spaulding, der den Bürgersteig entlanghastete. Andy war ein alter Vertrauter und guter Freund, aber gelegentlich erwies er sich als aufgeblasene Nervensäge. Er war Soziologe, ein fähiger Kopf. Sein Verstand brodelte vor Einfällen geradezu über. Das Problem war nur, daß er seine Gedanken und Ideen nie für sich behalten konnte. Sobald er jemanden zu fassen bekam, fiel er über ihn her und goß einen Sturzbach von Gedanken über ihm aus. Dabei hielt er den andern an den Jackenaufschlägen fest, damit er nicht entkommen konnte. Die Gegenargumente zu seinen Thesen lieferte Andy gleich mit, in einem nie versiegenden Strom. Doch von alldem abgesehen war er ein zuverlässiger und aufrichtiger Kamerad. Im Grunde seines Herzens sah Lansing ihn gern.

Er wartete am Fuß der Treppe, bis Andy ihn eingeholt hatte. »Wie wäre es, wenn wir einen Spaziergang zum Club machten«, schlug Spaulding vor. »Ich werde einen ausgeben.«

2

Der Fakultätsclub war im Stockwerk über dem Studentenausschuß untergebracht. Seine Außenwand war vom Boden bis zur Decke verglast und bot einen schönen Ausblick auf einen kleinen See, der von Fichten und Birken gesäumt war. Lansing und Andy wählten einen Tisch direkt am Fenster. Spaulding hob sein Glas und sah Lansing über den Rand hinweg auffordernd an.



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