
Er trug einen leichten, rehbraunen Anzug, dessen Schnitt vage an seine militärische Vergangenheit erinnerte, und hatte im Gegensatz zu den anderen seinen Feldstecher nicht abgelegt, sondern so über die Brust gehängt, daß das Futteral wie ein Schottentäschchen von seinem Bauch abstand. Klubabzeichen aus Metall und bunter Pappe hingen zu beiden Seiten in dicken Büscheln davon herunter.
«Ihr Flugzeug ist da, Major«, sagte ich.»Ich bin Matt Shore… Ich fliege Sie.«
Er warf einen Blick über meine Schulter, als suche er nach jemand anderem.»Wo ist Larry?«fragte er scharf.
«Er hat gekündigt«, antwortete ich.»Eine Stelle in der Türkei angetreten.«
Der Blick des Majors brach seine Suche ruckartig ab.»Sie sind neu«, sagte er vorwurfsvoll.
«Ja«, gab ich zu.
«Ich hoffe, Sie kennen den Weg.«
Er meinte es ernst. Ich sagte höflich:»Ich werde mein Bestes tun.«
Die Frau, die links vom Major stand, sagte tonlos:»Als ich das letzte Mal zum Rennen geflogen bin, hat der Pilot sich verflogen.«
Ich sah sie an und schenkte ihr das vertrauenerweckendste Lächeln, das ich zustande brachte.»Das Wetter ist heute so gut, daß wir in dieser Hinsicht nichts zu befürchten haben.«
Das entsprach nicht der Wahrheit. Der Wetterbericht hatte für diesen Juninachmittag Kumuluswolken angekündigt. Und jeder konnte sich verfliegen, wenn nur die entsprechenden Pannen passierten. Die Frau gab sich keinen Illusionen hin, das verriet mir der Blick, mit dem sie mich bedachte. Und ich gab den Versuch auf, Zuversicht zu verströmen. Sie brauchte keine. Sie hatte alle Zuversicht der Welt. Sie war fünfzig und von zerbrechlichem Äußeren, ergrauendes Haar, kinnlanger Pagenschnitt mit geradem Pony. Ihre sanften, braunen Augen lagen unter dichten, dunklen Brauen, und ihr Mund verhieß scheinbar Freundlichkeit. Aber ihre Haltung und ihr Benehmen verrieten eine natürliche Autorität, die auf viel stabilerem Fundament ruhte als die des Majors. Sie war die einzige von den vieren, die sich äußerlich nichts von einer etwaigen Verstimmung anmerken ließ.
