Der Major hatte auf die Uhr geschaut.»Sie sind früh dran«, sagte er.»Wir haben noch Zeit für einen zweiten Drink. «Er wandte sich an den Barkeeper und bestellte noch eine Runde für sich und die drei anderen, bevor er, als sei ihm dieser Gedanke erst jetzt gekommen, mich fragte:»Möchten Sie auch etwas?«

Ich schüttelte den Kopf.»Nein, danke.«

«Acht Stunden vorm Flug kein Alkohol mehr«, bemerkte die Frau ohne besondere Anteilnahme.»Stimmt’s?«

«Mehr oder weniger«, pflichtete ich ihr bei.

Der dritte Passagier, der große Mann mit dem wütenden Gesicht, sah mürrisch zu, wie der Barkeeper einen doppelten Johnnie Walker abmaß.»Acht Stunden. Gütiger Gott«, sagte er. Er sah so aus, als vergingen bei ihm selten acht Stunden, ohne daß er zwischendurch nachtankte. Seine Knollennase, die purpurnen Äderchen auf seinen Wangen, die aufgeschwemmte Wampe — dafür war wohl ein nettes Sümmchen Alkoholsteuer draufgegangen.

Die Spannung, die bei meinem Erscheinen geherrscht hatte, legte sich langsam. Der Jockey nippte an seiner kalorienreduzierten Limonade; die helle Röte wich von der straffen Haut über seinen Wangenknochen und war nur noch in blasseren Flecken auf seinem Hals zu sehen. Etwa Anfang Zwanzig, rötliches Haar, von Natur aus kleine Statur, feuchtglänzende Haut. Kaum Gewichtsprobleme, dachte ich. Keine Entwässerung nötig. Der Glückspilz.

Der Major und sein stämmiger Freund tranken hastig, murmelten Unverständliches und entfernten sich schließlich in Richtung Herrentoilette. Die Frau sah den Jockey an und sagte mit einer Stimme, die freundlicher klang, als ihre Worte es hätten vermuten lassen:»Haben Sie den Verstand verloren, Kenny Bayst? Wenn Sie sich weiter mit Major Tyderman anlegen, können Sie sich nach einem neuen Job umsehen.«



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