Doch im Computerprofil ihres Auftrags war auch diese ausgefallene Möglichkeit berücksichtigt worden. Die Endeavour hatte aus sicheren tausend Kilometern Entfernung aus einem der Triebwerke einen kurzen Strahl auf Rama losgelassen. Es geschah überhaupt nichts, als die quellende Dampfwolke ihr Ziel erreichte.

Eine Materie-Antimaterie-Reaktion von auch nur ein paar Milligramm würde aber ein fürchterliches Feuerwerk bewirkt haben.

Norton war wie alle Kommandanten eines Raumschiffs ein vorsichtiger Mann. Er hatte sich die Nordansicht Ramas lange und eingehend angesehen, um den Landepunkt zu wählen. Nach sorgfältigen Überlegungen hatte er beschlossen, den naheliegenden Punkt zu vermeiden: das genaue Zentrum auf der Achse.

Auf der Polachse lag nämlich ein klar abgegrenzter kreisförmiger Bezirk von hundert Metern Durchmesser, und Norton hatte den starken Verdacht, daß dies die äußere Klappe einer riesigen Ausstiegsluke sein müsse. Die Geschöpfe, die diese Hohlwelt gebaut hatten, mußten über Möglichkeiten verfügt haben, ihre Raumschiffe nach innen zu bringen. Und dies war logischerweise der beste Platz für einen Hauptzugang. Darum hielt Norton es für unklug, mit seinem Raumschiff die Vordertür zu blockieren.

Doch aus dieser Entscheidung ergaben sich andere Probleme. Wenn die Endeavour auch nur ein paar Meter von der Achse entfernt aufsetzte, würde die hohe Umdrehungsgeschwindigkeit Ramas sie vom Pol nach außen rutschen lassen. Zunächst würde die Zentrifugalkraft sehr schwach sein, doch sie würde stetig und unerbittlich zunehmen. Der Gedanke, daß sein Schiff über die Polebene schlittern könnte und von Minute zu Minute schneller werden würde, bis es schließlich mit ein paar tausend Stundenkilometern am Rand der Scheibe in den Raum hinausgeschleudert würde, gefiel Norton keineswegs.



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