Oft beneidete er die großen Navigatoren der Vergangenheit, die in einer präelektronischen Zeit gelebt hatten und ihre versiegelten Befehle ohne die ständige Einmischung des Hauptquartiers interpretieren konnten. Wenn die einen Fehler gemacht hatten, erfuhr kein Mensch je davon.

Gleichzeitig war er jedoch ganz froh darüber, daß manche Entscheidungen an die Kontrollstation auf der Erde verwiesen werden konnten.

Nun, nachdem die Endeavour dieselbe Bahn hatte wie Rama, flogen sie auf die Sonne zu, als wären sie eine einzige Masse. In vierzig Tagen würden sie das Perihelion erreichen und weniger als zwanzig Millionen Kilometer entfernt um die Sonne herumfliegen. Das war bei weitem zu nahe, um angenehm zu sein.

Die Endeavour würde längst vorher den noch vorhandenen Treibstoff einsetzen müssen, um sich auf eine weniger gefährliche Bahn zu katapultieren.

Es standen ihnen also etwa drei Wochen für die Exploration Ramas zur Verfügung, ehe sie sich von dem Objekt endgültig trennen mußten.

Danach würde die Erde sich mit dem Problem herumschlagen müssen. Die Endeavour raste dann praktisch hilflos auf einer Bahn dahin, auf der sie als erstes Raumschiff der Erde die Sterne erreichen konnte — in zirka fünfzigtausend Jahren. Es besteht kein Grund zur Besorgnis, hatte die Kontrollführung vom ›Projekt Rama‹ versichert. Irgendwie würde man die Endeavour ohne Rücksicht auf die Kosten wieder auftanken — selbst wenn man Tanker hinter ihr herschicken und sie im Weltraum preisgeben müßte, nachdem sie ihr letztes Gramm Treibstoff abgegeben hätten. Rama rechtfertigte jegliches Risiko, außer einem Himmelfahrtskommando.

Und selbstverständlich lag sogar dies im Bereich der Möglichkeiten. In dieser Hinsicht gab sich Commander Norton keinen Illusionen hin. Seit Hunderten von Jahren war nun zum erstenmal ein völlig unkalkulierbares Element in den menschlichen Bereich eingedrungen.



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