
Und Ungewißheit war etwas, das weder Wissenschaftler noch Politiker ertragen konnten.
Und natürlich würde man ohne Zögern die Endeavour und ihre Mannschaft opfern, falls dies nötig wäre, diese Ungewißheit zu beseitigen.
5. KAPITEL
DIE ERSTE EVA
Rama war so still wie ein Grab — und das war er vielleicht auch. Auf keiner Frequenz gab es Radiosignale. Keine Vibrationen, die die Seismographen auffangen konnten, außer Mikroerschütterungen, die zweifellos durch die zunehmende Sonnenhitze verursacht wurden. Keine elektrischen Ströme, keinerlei Radioaktivität.
Das Objekt war beinahe bedrohlich still; sogar ein Asteroid würde vermutlich lauter sein.
Was haben wir erwartet? fragte sich Norton.
Ein Begrüßungskomitee? Er war sich nicht ganz im klaren, ob er enttäuscht oder erleichtert sein sollte. Die Maßnahmen, die ergriffen werden sollten, waren ihm immerhin vorgeschrieben.
Sein Befehl lautete, vierundzwanzig Stunden zu warten und dann zu Erkundungen das Raumschiff zu verlassen. An diesem ersten Tag schlief keiner sehr viel; selbst die Männer der Besatzung, die keinen Dienst hatten, hockten die meiste Zeit vor den Monitoren der Testinstrumente oder starrten durch die Beobachtungsluken auf die nackte geometrische Landschaft hinaus. Lebt diese Welt? fragten sie sich immer und immer wieder. Ist sie tot? Oder schläft sie nur?
Auf die erste EVA nahm Norton nur einen Begleiter mit, Kapitänleutnant Karl Mercer, seinen abgebrühten und erfinderischen Offizier für Lebenserhaltung. Er beabsichtigte nicht, das Raumschiff aus den Augen zu verlieren, und wenn es Probleme geben sollte, so würde ein Trupp von mehreren Leuten kaum mehr Sicherheit garantieren. Er traf jedoch Vorsichtsmaßnahmen und ließ zwei weitere Mann der Besatzung in Raumanzügen an der Luftschleuse aufstellen.
