
So saß also Sir Lewis scheinbar rechts von Dr.
Bose, und, wie um die Illusion vollkommen zu machen, hatte jemand ein Glas Wasser vor ihn gestellt. Dr. Bose war der Ansicht, daß ein derartiger technologischer Aufwand ein unnötiger Trick sei, doch war es erstaunlich, wie viele unbestreitbar große Männer ein beinahe kindliches Vergnügen daran hatten, an zwei Orten zugleich sein zu können. Zuweilen führten diese elektronischen Wunder zu komischen Katastrophen: Bose hatte einmal an einem diplomatischen Empfang teilgenommen, bei dem jemand versucht hatte, durch ein Stereogramm hindurchzugehen — und dabei zu spät entdeckt, daß es die wirkliche Person war. Noch komischer war es, wenn jemand einer Projektion die Hand schütteln wollte… Seine Exzellenz der Botschafter des Mars bei den United Planets rief Boses schweifende Gedanken zur Ordnung. Der Botschafter räusperte sich und begann: „Gentlemen, ich erkläre die Sitzung des Komitees für eröffnet. Ich glaube, ich darf wohl zu Recht behaupten, daß es sich um eine Versammlung von einzigartigen Köpfen handelt, einberufen, eine einzigartige Situation zu diskutieren. Die Anweisung des Generalsekretärs an uns geht dahin, die Lage abzuwägen und Commander Norton gegebenenfalls zu beraten.“
Dies war geradezu ein Meisterstück an Vereinfachung, und alle wußten es. Denn außer im Fall einer echten Notlage würde sich wahrscheinlich nie ein direkter Kontakt zwischen dem Komitee und Commander Norton ergeben — sofern dieser überhaupt jemals von seiner Existenz gehört hatte. Denn das Komitee war eine Interimseinrichtung der United Planets Science Organisation und berichtete durch seinen Direktor dem Generalsekretär. Sicher, die Raumüberwachung war eine Abteilung der UP — aber auf dem operationalen, nicht auf dem wissenschaftlichen Sektor. Theoretisch sollte dies eigentlich kaum einen Unterschied machen: es gab keinen Grund dafür, daß das Rama-Komitee — oder überhaupt jemand — Commander Norton nicht anrufen und ihm hilfreiche Ratschläge geben sollte.
