Broderick, seinen doppelten Scotch in der einen Hand, winkte mit der anderen ab. »Ist nicht relevant.« Das letzte Wort machte ihm Schwierigkeiten; er sprach es »revelant« aus.

Nun war es Minh Van Canh, für gewöhnlich kein großer Redner, der fragte: »Warum nicht?«

»Weil ihr alle Dinosaurier seid. Die großen, landesweiten Sender sterben langsam. Ihr wart ja nie mehr als ein Schlagzeilenservice, und jetzt nehmen euch die Lokalsender sogar das noch ab, weil sie mit neuer Technologie auch an Nachrichten von draußen rankommen und euch Berichte klauen.«

»Nun ja«, meinte Partridge, immer noch angenehm entspannt, »es gibt Leute, die behaupten das seit Jahren. Aber schau uns doch an. Wir sind immer noch da, und wir sind immer noch stark, weil die Leute unsere Nachrichten wegen der Qualität ansehen.«

»Genauso ist es«, sagte Rita. »Und du irrst dich außerdem, Brod, wenn du meinst, daß die Nachrichten der Lokalsender besser werden. Werden sie nämlich nicht. Sie werden schlechter. Einige Leute, die mit hohen Erwartungen die großen Sender verlassen haben, um bei den lokalen zu arbeiten, kommen jetzt enttäuscht wieder zurück.«

»Und warum?« wollte Broderick wissen.

»Weil das Management der lokalen die Nachrichten nur im Hinblick auf Werbewirksamkeit und damit zu erzielende Einnahmen betrachtet. Diese neue Technologie, die du erwähnt hast, dient ihnen nur dazu, um die niedersten Instinkte ihrer Zuschauer zu kitzeln. Und wenn sie wirklich jemand von der Nachrichtenredaktion auf eine große Story ansetzen, dann ist er meistens noch ein halbes Kind, ein Anfänger, der mit der Erfahrung und den Möglichkeiten unserer Reporter nicht konkurrieren kann.«



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