
Rita hatte sich, anstatt den aussichtslosen Kampf aufzunehmen, der Arbeit hinter der Kamera zugewandt und dabei triumphale Erfolge gefeiert. Anfangs hatte sie verschiedene Chefproduzenten bedrängt, ihr schwierige Aufgaben im Ausland zu geben, die sonst immer an Männer gingen. Eine Zeitlang hatten sich ihre Vorgesetzten geweigert, doch schließlich nachgegeben, und bald wurde Rita, zusammen mit Harry, automatisch in die Gegenden geschickt, wo die Kämpfe am härtesten und das Leben am schwierigsten waren.
Broderick hatte über Ritas letzte Bemerkung nachgedacht und sagte nun: »Wenn ihr Fernsehheinis wenigstens irgendwas Wichtiges machen würdet. Euer winziges Nachrichtenloch jeden Abend bringt doch immer nur die Brösel vom Tisch des Weltgeschehens. Wie lang ist es... neunzehn Minuten?«
»Wenn die Presse es schon unbedingt auf uns Wehrlose abgesehen hat«, meinte Partridge freundlich, »dann sollte sie wenigstens bei der Wahrheit bleiben. Es sind einundzwanzig und eine halbe Minute.«
»Bleiben noch sieben Minuten für Werbung«, ergänzte Rita, »und davon wird unter anderem auch Harrys wahnsinniges Gehalt gezahlt, bei dem du ganz grün vor Neid wirst.«
Rita hat mit ihrer gewohnt unverblümten Art den Nagel auf den Kopf getroffen, was die Eifersucht betraf. Die Zeitungsleute reagierten immer empfindlich, wenn es um den Unterschied zwischen ihren eigenen und den beim Fernsehen gezahlten Gehältern ging. Im Vergleich zu Partridge mit einem Jahresgehalt von 250000 Dollar verdiente Broderick als erstklassiger, höchst kompetenter Reporter nur bescheidene 85000 Dollar.
Als wäre sein Gedankengang nie unterbrochen worden, fuhr der Mann von der Times fort: »Was die gesamte Nachrichtenredaktion eures Senders in einem Tag produziert, würde bei uns nicht mal eine halbe Seite füllen.«
»Ein blöder Vergleich«, erwiderte Rita gereizt, »weil jeder weiß, daß ein Bild mehr wert ist als tausend Worte. Wir haben Hunderte von Bildern und wir bringen die Leute dorthin, wo die Nachrichten passieren, damit sie es selber sehen können. Eine Zeitung hat das noch nie geschafft.«
