Ein halbes Dutzend riesiger Zweispulengeräte, jedes in eine Konsole eingebaut und mit einem Kontrollmonitor darüber, dominierte die Szene. Die Geräte arbeiteten mit Magnetbändern von einem Zoll Breite, dem qualitativ hochwertigsten und verläßlichsten Material. An jeder Konsole saß ein geschickter Cutter, der die hereinkommenden Bänder schnell und den Anweisungen entsprechend bearbeitete und wieder hinausschickte. Die Cutter, älter als die meisten anderen in dem Gebäude, bildeten eine bunte Truppe, deren Markenzeichen es war, sich besonders schäbig zu kleiden und ausgelassen zu benehmen. Ein Kommentator hatte sie deshalb einmal die »Kampfpiloten« des Fernsehens genannt.

An jedem Wochentag verließ ein Chefproduzent etwa eine Stunde vor Sendebeginn seinen Sessel am Hufeisen und stieg fünf Etagen tiefer, um im Einzollband-Raum mit seinen Cuttern das Kommando zu übernehmen. Während er dort wie ein Maestro mit fuchtelnden Armen und lauter Stimme das Geschehen dirigierte, sichtete er das hereinkommende Material, befahl, wenn nötig, weitere Schneidearbeiten und hielt gleichzeitig seine Kollegen am Hufeisen darüber auf dem laufenden, welche der erwarteten Berichte bereits im Haus waren und wie sie auf den ersten Blick wirkten.

Alles, so schien es, traf im Einzollband-Raum immer erst in allerletzter Sekunde ein. Es war eine allgemein akzeptierte Tradition, daß die Produzenten, Korrespondenten und Cutter vor Ort bis zum letztmöglichen Augenblick an ihren Berichten herumfeilten, so daß das meiste erst in der letzten halben Stunde vor Sendebeginn und einiges auch erst danach einging. Nicht selten kam es sogar vor, daß der erste Teil eines Berichts bereits von der einen Bandmaschine in die Sendung eingespeist wurde, während die zweite Hälfte erst auf die andere überspielt wurde. In solch kitzligen Situationen holten die schwitzenden, nervösen Männer das Letzte aus sich heraus.



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