
Aber nach der überraschenden Meldung aus Dallas mußte jetzt, knappe acht Minuten vor Sendebeginn, das gesamte Nachrichtenprogramm umgeworfen werden. Obwohl niemand wußte, wie viele Informationen hereinkommen und ob überhaupt Bilder verfügbar sein würden, mußte zumindest ein Bericht gekippt, andere gekürzt werden, um den Vorfall in Dallas aufnehmen zu können. Das zeitliche und inhaltliche Gleichgewicht der Sendung machte darüber hinaus eine Umstellung der Berichte notwendig. Nur eins war im Moment klar: die Sendung würde anlaufen, bevor man mit der Arbeit fertig war. Aber das war häufig der Fall.
»Ein neuer Ablauf, Leute.« Der knappe Befehl kam von Insen. »Wir fangen mit Dallas an. Crawf wird eine Tell-story machen. Haben wir schon Agenturmeldungen?«
»AP ist eben reingekommen.« Die Antwort kam von Crawford Sloane, dem Chefsprecher. Er las gerade das Telex der Associated Press, das man ihm Sekunden vorher in die Hand gedrückt hatte.
Sloane, mit seinem furchigen Gesicht, den graumelierten Haaren, dem vorspringenden Kinn und dem selbstsicheren und überzeugenden Auftreten - ein vertrauter Anblick für allabendlich etwa siebzehn Millionen Zuschauer - saß am Hufeisen wie gewohnt in seinem privilegierten Sessel rechts neben dem Studioleiter. Auch Crawf Sloane war ein Nachrichtenprofi der alten Schule, der beständig die Karriereleiter emporgeklettert war, vor allem nach seinem erfolgreichen Einsatz als CBA-Korrespondent in Vietnam. Nach einer Zeit als Berichterstatter am Weißen Haus moderierte er nun schon seit drei Jahren die Abendnachrichten und war inzwischen eine nationale Institution, einer aus der Medienelite.
