Als er nun Jessicas Büroraum betrat und das Thema zur Sprache brachte, reagierte sie entsprechend. »Tut mir leid. Darüber kann ich nicht reden.«

Ihre Haltung verärgerte ihn, und er machte keinen Hehl daraus.

»Wenn Sie nicht darüber reden wollen, heißt das doch, daß Sie den Auftrag haben, jemanden zu decken. Ist es vielleicht der Botschafter, den die Wahrheit in Verlegenheit bringen könnte?«

Sie schüttelte den Kopf. »Auch diese Frage kann ich nicht beantworten.«

Doch Partridge, der langsam wütend wurde, ließ nicht locker. »Dann wollen Sie mir also erzählen, daß es Ihnen hier, in Ihrem gemütlichen Quartier, scheißegal ist, ob sich die GIs da draußen im Dschungel vor Angst in die Hose machen und sich, weil sie keinen anderen Ausweg wissen, mit Drogen zerstören und zu Junkies werden.«

»Davon habe ich nichts gesagt«, erwiderte sie entrüstet.

»Doch, genau das haben Sie gesagt.« Seine Stimme klang verächtlich. »Sie sagten, Sie wollen nicht über eine faule, stinkende Sache reden, die dringend an die Öffentlichkeit gebracht werden muß, über ein Problem, das man den Leuten erst einmal bewußtmachen muß, damit etwas dagegen unternommen werden kann. Damit man die grünen Jungs, die jetzt hierherkommen, warnen und vielleicht retten kann. Was glauben Sie eigentlich, wen Sie schützen, Lady? Sicher nicht die Jungs, die draußen kämpfen, die, um die's eigentlich geht. Ihr nennt euch hier einen Informationsdienst. Ich nenne so was einen Verschleierungsdienst.«

Jessica wurde rot. Sie war es nicht gewöhnt, daß man so mit ihr sprach. Aus ihren Augen blitzte der Zorn, während ihre Finger einen gläsernen Briefbeschwerer auf dem Tisch umklammerten. Einen Augenblick glaubte Partridge, sie würde ihn werfen, und er wollte sich schon ducken. Doch dann ließ ihre Verärgerung sichtbar nach, und sie fragte mit ruhiger Stimme: »Was brauchen Sie denn genau?«



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