Sloane legte die Stirn in Falten, während er versuchte, sich zu erinnern. »Das hab' ich doch schon mal gehört. Ist das nicht ein altes Lied aus der Zeit des Bürgerkriegs?«

Nicky strahlte. »Genau, Dad!«

»Ich glaube, jetzt verstehe ich«, sagte sein Vater. »Du meinst, daß einige Passagen an Gershwins Prelude Nr. 2 erinnern.«

Nicky schüttelte den Kopf. »Genau andersrum - das Lied war natürlich zuerst da. Aber niemand weiß, ob Gershwin es gekannt und verwendet hat, oder ob es nur Zufall war.«

»Und wir werden es auch nie erfahren.« Amüsiert und beeindruckt von Nickys Wissen, rief Sloane: »Schön dumm!«

Weder er noch Jessica konnten sich noch genau erinnern, wann Nicky zum ersten Mal Interesse an Musik gezeigt hatte, aber er war auf jeden Fall noch sehr jung gewesen, und nun war die Musik Nickys Hauptbeschäftigung.

Nicky hatte eine Vorliebe für das Klavier und erhielt Unterricht von einem ehemaligen Konzertpianisten, einem alten Österreicher, der im nahen New Rochelle lebte. Erst vor einigen Wochen hatte der Lehrer mit seinem starken Akzent zu Jessica gesagt: »Ihr Sohn hat es in der Musik bereits zu einer Meisterschaft gebracht, die für sein Alter ungewöhnlich ist. Später einmal wird er verschiedene Wege einschlagen können -als Konzertpianist oder Komponist, oder vielleicht als Wissenschaftler und Gelehrter. Aber noch viel wichtiger ist, daß die Musik mit Engelszungen der Freude zu Nicholas spricht. Sie ist ein Teil seiner Seele. Ich prophezeihe Ihnen, die Musik wird zum Mittelpunkt von Nicholas' Leben werden.«

Jessica sah auf die Uhr. »Nicky, es ist schon spät.«

»Ach Mom, nur noch ein bißchen. Morgen haben wir doch schulfrei.«

»Du hast trotzdem einen anstrengenden Tag vor dir. Ich sage nein.«

Jessica war der Zuchtmeister der Familie, und so ging Nicky, nach herzlichen Gutenachtküssen, auf sein Zimmer. Bald darauf hörten sie ihn auf seinem tragbaren elektronischen Piano spielen, das er immer benutzte, wenn der Flügel im Wohnzimmer nicht zur Verfügung stand.



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