
Das glaubte Har Bateen jedenfalls begriffen zu haben. So auffällig — und doch keine sonstigen Beschatter. Warum? Weil sie wußten, daß er sie nirgends hinführen, nur die Straßen auf und ab laufen würde. Und eine dieser Straßen war eine Falle. Sie würden auf ihn warten. Darauf, daß Har Bateen die Nerven verlor und schnell oder langsam in die Falle ging. Er konnte natürlich versuchen, sie loszuwerden — aber das wäre ein Schuldeingeständnis gewesen. Sie konnten ihn erschießen. Er hatte Wichtiges zu tun; Har Bateen wollte ganz und gar nicht sterben, im Augenblick schon erst recht nicht.
Er hatte einen Vorsprung von etwa fünfzehn Metern, aber sie holten langsam auf. Das war viel Raum. Er suchte sich die Gasse überlegt aus und bog ein, als wolle er die Flucht ergreifen.
Der Zigeuner und die Echse beschleunigten; es war offenkundig, daß der kleine Drache viel schneller laufen konnte als der Mann, aber er blieb bei ihm. Sie liefen um die Ecke — und befanden sich in einer Sackgasse, auf allen drei Seiten von hohen Gebäuden umgeben.
Der Zigeuner riß mit derselben Handfertigkeit, mit welcher er den Beutel Münzen hatte verschwinden lassen, eine Pistole heraus, offenbar aus derselben Stelle. Er schaute hinauf und hinunter.
»Weg damit!«befahl die Stimme Har Bateens nicht nur über, sondern auch hinter ihnen.
Der Zigeuner ließ die Waffe nicht sofort fallen, sondern drehte sich langsam um. Als er den Mann entdeckte, seufzte er und warf die Pistole auf den Boden. Er wußte nicht, wie Bateen das angestellt hatte, aber der Dreel saß jetzt auf einer schmalen Nische gute sechs Meter über ihnen. Er muß klettern können wie ein Affe, dachte der Zigeuner.
Der Dreel starrte unsicher auf den Drachen, der ihn mit glühenden Augen, katzenähnlichen, schwarzen Ovalen vor einem Hintergrund dunklen Scharlachrots anblickte.
