
Es sei denn, man war ein Olympier.
Jedermann wußte Bescheid über die Olympier, aber gleichzeitig wußte niemand viel über sie. Nur wenige hatten jemals einen gesehen; sie waren schweigsam und blieben unter sich. Ihre Welt war eine, auf der niemand ohne Raumanzug leben konnte, aber die Olympier vermochten auf jeder menschlichen Welt zu leben. Sie betrieben ihre eigene Reederei und steuerten ihre eigenen Raumschiffe; der Handel wurde von einem Unternehmen in olympischer Hand mit menschlichem Personal betrieben.
Solche Bedingungen erzeugten bei den Leuten eine unersättliche Neugier, aber das war noch nicht alles. Es hieß, die Olympier seien unfaßbar schöne Frauen; noch keiner hatte einen Mann gesehen. Schöne Frauen mit Schwänzen wie Pferdeschweife, die, so hieß es, alle gleich aussähen.
Auf dieser Grenzerwelt wartete ein vollbesetztes Haus darauf, ein Wesen der Welt Olympus zu sehen, aus dem einfachen Grund, weil die Gemeinde des Schachtes auf Olympus entstanden war; der Muttertempel befand sich dort; und während Menschen die Gemeinde bildeten und Menschen die Tempel führten, konnten allein die Olympierinnen Hohepriesterinnen der Mutterkirche sein.
Endlich war Mutter Sukra fertig, und ihre Stimme nahm einen ehrfürchtigen Tonfall an.
»Heute abend, meine Kinder, haben wir die hohe Ehre, Ihre Heiligkeit, die Hohepriesterin unserer Gemeinde, Yua von Olympus, bei uns zu sehen.«
Die Zuschauer setzten sich erwartungsvoll auf, als Mutter Sukra davonging.
Yua wartete eine halbe Minute, um die Spannung zu steigern, dann schritt sie entschlossen hinaus. Die Lichter verdunkelten sich, und ein Scheinwerfer strahlte eine Stelle in der Mitte und ganz vorne an, eine gleißende Aura erzeugend, in der Yua noch übernatürlicher erschien.
