Market biß sich auf die Zunge. Er hätte gern gesagt, sie sei so gut gepolstert, daß sie sich da keine Sorgen zu machen brauche. Aber er blieb gnädig und schnitt Fleisch von dem Huhn herun­ter für die drei Tiere, die einander schleunigst alle Missetaten verziehen. Hühnerfleisch war zu wichtig, da durften persönliche Querelen nicht im Weg stehen.

»Tut mir leid, Mrs. Hogendobber. Alles in Ordnung mit Ih­nen?«

»Na klar. Ich wünschte bloß, Sie könnten mal Ihre Schützlin­ge zur Raison bringen.«

»Sie brauchen einen Corgi«, sagte Susan Tucker fürsorglich.

»Nein. Ich hab mein Leben lang für meinen Mann gesorgt. Jetzt muß ich nicht auch noch für einen Hund sorgen. George hat wenigstens ein Gehalt mit nach Hause gebracht. Gott hab ihn selig.«

»Hunde sind höchst unterhaltsam«, ergänzte Harry.

»Und was ist mit den Flöhen?« Mrs. Hogendobber war inter­essierter, als sie zugeben wollte.

»Gegen die sind Sie auch ohne Hund nicht gefeit«, antwortete Harry.

»Ich habe keine Flöhe.«

»Miranda, bei warmem Wetter kriegen alle Flöhe«, klärte Market sie auf.

»Sie vielleicht. Aber wenn ich ein Lebensmittelgeschäft hätte, würde ich dafür sorgen, daß es im Umkreis von fünfzig Metern keinen einzigen Floh gibt.« Mrs. Hogendobber schürzte die Lippen, die in mattglänzendem Rot geschminkt waren, passend zu ihrem Faltenrock. »Und ich würde öfter Sonderangebote machen.«

»Hören Sie mal, Miranda.« Market, der dies schon bis zum Überdruß gehört hatte, setzte zu einer leidenschaftlichen Ver­teidigung seiner Preispolitik an.

Eine unbekannte Stimme unterbrach diese sinnlose Debatte. »Ist jemand da?«

»Wer ist denn das?« Mrs. Hogendobbers Augenbrauen wölb­ten sich aufwärts.

Harry und Susan zuckten die Achseln. Miranda marschierte ins Postamt. Da ihr verstorbener Ehemann George über vierzig Jahre lang Posthalter gewesen war, hatte sie das Gefühl, tun zu können, was ihr paßte. Harry heftete sich an ihre Fersen, Susan und Market bildeten die Nachhut. Die Tiere, die das Huhn in­zwischen vertilgt hatten, flitzten hinein.



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