Da findet sich ein Konglomerat, der größten Aufmerksamkeit würdig.

Ein im Augenblicke des Werdens zertrümmertes Quarzgestein, die Trümmer scharfkantig, durch Quarzmasse wieder verbunden.

Ungeheure Festigkeit hindert uns, mehr als kleine Bröckchen zu gewinnen.

— Möge bald ein reisender Naturforscher diese Felsen näher untersuchen, ihr Verhältnis zu den ältern Gebirgsmassen unterwärts bestimmen, mir davon gefälligst Nachricht, nebst einigen belehrenden Musterstücken, zukommen lassen!

Dankbar würde ich es erkennen.

Den steilsten, zicksack über Felsen springenden Stieg erklommen wir mit Hundert und aber Hunderten, langsam öfters rastend und scherzend.

Es war die Tafel des Cebes im eigentlichsten Sinne, bewegt, lebendig; nur daß hier nicht soviel ableitende Nebenwege stattfanden.

Oben um die Kapelle finden wir Drang und Bewegung.

Wir dringen mit hinein.

Der innere Raum, ein beinahe gleiches Viereck, jede Seite von etwa dreißig Fuß, das Chor im Grunde vielleicht zwanzig.

Hier steht der Hauptaltar, nicht modern, aber im wohlhäbigen katholischen Kirchengeschmack.

Er steigt hoch in die Höhe, und die Kapelle überhaupt hat ein recht freies Ansehen.

Auch in den nächsten Ecken des Hauptvierecks zwei ähnliche Altäre, nicht beschädigt, alles wie vorzeiten.

Und wie erklärt man sich dies in einer jüngst zerstörten Kirche?

Die Menge bewegte sich von der Haupttür gegen den Hochaltar, wandte sich dann links, wo sie einer im Glassarge liegenden Reliquie große Verehrung bezeigte.

Man betastete den Kasten, bestrich ihn, segnete sich und verweilte, so lange man konnte; aber einer verdrängte den andern, und so ward auch ich im Strome vorbei und zur Seitenpforte hinaus geschoben. Ältere Männer von Bingen treten zu uns, den herzoglich nassauischen Beamten, unsern werten Geleitsmann, freundlich zu begrüßen; sie rühmen ihn als einen guten und hülfreichen Nachbar, ja, als den Mann, der ihnen möglich gemacht, das heutige Fest mit Anstand zu feiern. Nun erfahren wir, daß, nach aufgehobenem Kloster Eibingen, die inneren Kirchenerfordernisse, Altäre, Kanzel, Orgel, Bet- und Beichtstühle, an die Gemeine zu Bingen, zu völliger Einrichtung der Rochuskapelle, um ein Billiges überlassen worden.



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