Um dergleichen, selbst in heiterer Stimmung, immer bedenkliche Betrachtungen los zu werden, trat man heraus unter den brennend gestirnten Himmel, und verweilte so lange, daß der darauffolgende tiefe Schlaf als Null betrachtet werden konnte, da er uns vor Sonnenaufgang verließ.

Wir treten sogleich heraus, nach den grauen Rheinschluchten hinab zu blicken; ein frischer Wind blies von dorther uns ins Angesicht, günstig den Herüber- wie den Hinüberfahrenden.

Schon jetzt sind die Schiffer sämtlich rege und beschäftigt, die Segel werden bereitet, man feuert von oben, den Tag anzufangen, wie man ihn abends angekündigt.

Schon zeigen sich einzelne Figuren und Geselligkeiten als Schattenbilder am klaren Himmel um die Kapelle und auf dem Bergrücken, aber Strom und Ufer sind noch wenig belebt.

Leidenschaft zur Naturkunde reizt uns, eine Sammlung zu betrachten, wo die metallischen Erzeugnisse des Westerwaldes nach dessen Länge und Breite, auch vorzügliche Minern von Rheinbreitenbach vorliegen sollten.

Aber diese wissenschaftliche Betrachtung wäre uns fast zum Schaden gediehen: denn als wir zum Ufer des Rheins zurückkehren, finden wir die Abfahrenden in lebhaftester Bewegung.

Massenweise strömten sie an Bord, und ein überdrängtes Schiff nach dem andern stößt ab.

Drüben, am Ufer her, sieht man Scharen ziehen, Wagen fahren, Schiffe aus den obern Gegenden landen daselbst.

Den Berg aufwärts wimmelt's bunt von Menschen, auf mehr oder weniger gäben Fußpfaden, die Höhe zu ersteigen bemüht.

Fortwährendes Kononieren deutet auf eine Folge wallfahrender Ortschaften.

Nun ist es Zeit!

Auch wir sind mitten auf dem Flusse, Segel und Ruder wetteifern mit Hunderten.

Ausgestiegen bemerken wir sogleich, mit geologischer Vorliebe, am Fuße des Hügels wundersame Felsen.

Der Naturforscher wird von dem heiligen Pfade zurückgehalten. Glücklicherweise ist ein Hammer bei der Hand.



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