
Satyros.
Von dir glänzt Tugend-Wahrheits-Licht
Wie aus eines Engels Angesicht.
Psyche.
Ich bin ein armes Mägdelein,
Dem du, Herr! wollest gnädig sein.
Er umfaßt sie.
Satyros.
Hab alles Glück der Welt im Arm
So Liebe-Himmels-Wonne warm!
Psyche.
Dies Herz mir schon viel Weh bereit't,
Nun aber stirbt's in Seligkeit.
Satyros.
Du hast nie gewußt, wo mit hin?
Psyche.
Nie, — als seitdem ich bei dir bin.
Satyros.
Es war so ahnungsvoll und schwer,
Dann wieder ängstlich arm und leer;
Es trieb dich oft in Wald hinaus,
Dort Bangigkeit zu atmen aus;
Und wollustvolle Tränen flossen,
Und heilge Schmerzen sich ergossen,
Und um dich Himmel und Erd verging?
Psyche.
O Herr! Du weißest alle Ding.
Und aller Seligkeit Wahntraumbild
Fühl ich erbebend voll erfüllt.
Er küßt sie mächtig.
Psyche.
Laß ab! — mich schaudert's — Wonn und Weh —
O Gott im Himmel! ich vergeh —
Hermes und Arsinoe kommen.
Hermes.
Willkommen, Fremdling, in unserm Land.!
Satyros.
Ihr tragt ein verflucht weites Gewand.
Hermes.
Das ist nun so die Landesart.
Satyros.
Und einen lächerlich krausen Bart.
Arsinoe leise zu Psyche.
