"Doch auch nur Gutes und Löbliches, wie ich wohl erwarten darf?" Sie zögerte einen Augenblick; dann antwortete sie:

"Ja, Gutes, denn er hat erzählt, daß der Herzog von Raumburg, Ihr Vater, einst unser König wird, wenn der jetzige stirbt, der keine Kinder hat. Aber sagen muß ich Ihnen doch, daß die Gevatterschaft damals keine Bettelei war. Der König und der Lord haben sich ja beide selbst angeboten, und der Hofschmied hat gehorchen müssen; aber darauf hat er bestanden, daß ich dabei sein müsse, und das ist den hohen Herren auch ganz recht gewesen. Unsere Majestät ist eben ein sehr lieber Herr, der nur das Beste seiner Unterthanen will und Alle seine Kinder nennt. Gott gebe es, daß es später nicht anders wird.!"

Der General schien zu einem scharfen Worte bereit, hielt es aber zurück, da eine fremdartige Erscheinung sich der Schmiede näherte und die Anwesenden grüßte.

Es war eine alte Frau. Sie ging vollständig barfuß, trug einen einzigen Rock von grellrother Farbe, um die Schultern einen gelben, arg beschmutzten Überwurf und hatte ein blaues Tuch turbanartig um den Kopf geschlungen. Ihr Teint war tiefbraun; zahlreiche Runzeln durchfurchten ihr Gesicht, in welchem eine scharfe Nase über einem spitzen Kinne thronte, und ihre Gestalt lag gebeugt auf dem Stocke, auf den sie die beiden Hände stützte. Als Nordländerin hätte man sie über sechzig Jahre alt schätzen (\11\)A müssen; aber sie war augenscheinlich eine Zigeunerin, und da Frauen dieses Stammes sehr schnell altern, so war es sehr wahrscheinlich, daß sie diese Höhe noch nicht erreicht hatte.

Sie zeigte bei dem Anblicke des Offiziers nicht die mindeste Verlegenheit. Ihn und die Anderen mit scharfem Auge musternd, grüßte sie mit einer beinahe stolzen Handbewegung und frug:

"Hat der goldige Herr eine kleine Gabe übrig für Zarba, die Zigeunerin?"

Er warf höchst indignirt den Kopf zurück.

"Geh! Ihr und das Betteln seid im Land verboten."



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