Harry mußte zugeben, daß es angeberisch war, einen Ferrari zu besitzen und ihn dann auch noch zu fahren. So etwas tat man in Großstädten, um Fremde zu beeindrucken. »Er hat das Geld - ich finde, er kann es ausgeben, wie es ihm paßt.«

»Einen armen Bauunternehmer gibt es vermutlich nicht, also hast du recht. Trotzdem«, er senkte die Stimme, »so was unerhört Protziges. Jim Sanburne fährt wenigstens einen Kombi.« Er schlug sich geistesabwesend mit seiner Post auf den Oberschenkel. »Du wirst mir natürlich sagen, wer zur Hochzeit unserer kindlichen Marilyn eingeladen ist und wer nicht. Vor allem möchte ich wissen, ob Stafford eingeladen ist.«

»Das möchten wir alle wissen.«

»Worauf tippst du?«

»Daß er nicht eingeladen ist.«

»Ein sicherer Tip. Dabei haben sie sich als Kinder so gut verstanden. Sie hingen richtig aneinander, Bruder und Schwester. Schade. Oh, ich muß los. Bis morgen.«

Durch die Glastür beobachtete Harry eine angeregte Unterhaltung zwischen Susan Tucker und Josiah. So angeregt, daß Susan anschließend die drei Stufen mit einem einzigen Satz hinaufsprang. Die Tür flog auf.

»Na so was! Josiah hat mir gerade gesagt, du hättest Little Marilyns Hochzeitseinladungen.«

»Ich hab nicht draufgesehen.«

»Aber du wirst es tun, und zwar sofort.« Susan öffnete die Tür neben dem Schalter und kam nach hinten.

»Die darfst du nicht anfassen.« Harry zog ihre Handschuhe aus, während Tucker freudig an Susan hochsprang, die sie umarmte und küßte. Mrs. Murphy sah von ihrem Regal aus zu. Tucker trug ganz schön dick auf.

»Braves Hündchen. Schönes Hündchen. Gib Küßchen.« Susan sah auf Harrys Hände. »Aber du kannst die Kuverts auch nicht anfassen, daher werde ich die nächsten fünfzehn Minuten deine Arbeit machen.«



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