
»Mach sie im Hinterzimmer, Susan. Wenn dich jemand sieht, sitzen wir beide in der Patsche. Stafford müßte bei den Eins- null-null-Postleitzahlen sein, ich glaube, westlich vom Central Park.«
Auf dem Weg nach hinten rief Susan über die Schulter: »Wenn du dir nicht die Eastside von Manhattan leisten kannst, bleib, wo du bist.«
»Die Westside ist heutzutage wirklich hübsch.«
»Er ist nicht dabei. Ist das zu glauben?« brüllte Susan aus dem Hinterzimmer.
»Das war mir klar. Was hattest du erwartet?«
Susan kam heraus und stellte den Karton unter den Schalter. »Ihr eigener Sohn. Irgendwann muß sie ihm doch verzeihen.«
»Verzeihen kommt in Big Marilyn Sanburnes Wortschatz nicht vor, vor allem wenn eine solche Tat ihren gehobenen gesellschaftlichen Status beeinträchtigt.«
»Wir leben nicht mehr in den vierziger Jahren. Heutzutage heiraten Schwarze und Weiße, und die Rassentrennungsgesetze sind aufgehoben.«
»Wie viele Mischehen gibt es in Crozet?«
»Keine, aber ein paar in Albemarle County. Ich meine, das ist doch albern. Stafford ist jetzt sechs Jahre verheiratet, und Brenda ist eine hinreißende Frau. Und eine brave obendrein, glaube ich.«
»Gehst du mit mir Mittag essen? Du bist die einzige, die mir geblieben ist.«
»Das kommt dir nur so vor, weil du im Augenblick überempfindlich bist. Mach, daß du hier rauskommst, bevor jemand anders zur Tür reinflitzt. Montags geht es immer zu wie im Irrenhaus.«
»Okay ich bin soweit. Mein Ersatzmann biegt gerade auf den Parkplatz.« Harry lächelte. Es war nett, daß der alte Dr. Larry Johnson das Postamt von zwölf bis eins besetzte, so daß sie eine Stunde Mittag machen konnte. Er half ihr auch, wenn sie während der Schalterstunden Besorgungen zu erledigen hatte. Sie brauchte ihn nur anzurufen. Dr. Johnson hielt ihnen allen die Tür auf.
»Danke, Dr. Johnson. Wie geht's Ihnen heute?« Harry wußte seine ritterliche Geste zu schätzen.
