
Susan seufzte. »Er genießt es anscheinend, ein Opfer zu sein.«
»Ich genieße es bestimmt nicht.« Harry spie die Worte förmlich hervor. »Das einzige, was schlimmer ist, als die Frau eines Tierarztes zu sein, ist die Frau eines Arztes zu sein.«
»Deswegen läßt du dich nicht von ihm scheiden.«
»Nein, vermutlich nicht. Ich will nicht darüber sprechen.«
»Du hast damit angefangen.«
»So?« Harry schien überrascht. »Ich wollte nicht. Ich möchte das Ganze am liebsten vergessen. Wir sprachen über Little Marilyn Sanburne.«
»Stimmt. Little Marilyn wird tief gekränkt sein, wenn Stafford nicht aufkreuzt, und Mim wird sterben, wenn er aufkreuzt - die Hochzeit, ihr Ereignis des Jahres, verschandelt durch die Ankunft ihrer schwarzen Schwiegertochter. Das Leben wäre viel einfacher, wenn Mim ihre Plantagenmentalität überwinden könnte.« Susan trommelte wieder auf den Tisch.
»Ja, aber dann müßte sie sich der menschlichen Gattung zugesellen. Ich glaube, sie ist emotional impotent und mochte ihr Leiden weltweit verbreiten. Wenn sie ihre Einstellung ändern würde, müßte sie womöglich etwas fühlen, verstehst du? Sie müßte womöglich zugeben, daß sie sich geirrt hat und daß sie ihre Kinder verletzt hat, daß sie sie verletzt und ihnen Narben zugefügt hat.«
Susan saß einen Moment schweigend da und betrachtete die Überreste des üppigen Mahls. »Ja. Hier, Tucker.«
»He, he, und wo bleib ich?« schrie Mrs. Murphy.
»Oh. Hier, du großes Baby.« Harry schob ihr den Teller hinüber. Sie war satt.
Mrs. Murphy fraß, was übrig war, bis auf die Tomaten. Als kleines Kätzchen hatte sie einmal eine Tomate gegessen und sich geschworen, daß es das letzte Mal gewesen war.
